Zentralrat der Muslime zum Terror in Hanau: Die Opfer waren Deutsche

(Foto: Tolga Özgül / Genc ASIP)

Osnabrück – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) fordert vor einem Jahr einen anderen Schwerpunkt beim Hanau-Angriff. In einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) sagte ZMD-Vorsitzender Aiman ​​Mazyek:

„Im allgemeinen Diskurs und auch in der Medienberichterstattung würde ich gerne mehr Nachdruck sehen: Sie waren Deutsche. Es waren unsere Landsleute, die angegriffen wurden. Der Terrorist will Spaltung sowie Menschen erster und zweiter Klasse vertreten. Deshalb müssen wir in unserer Sprache klarstellen, dass wir uns nicht trennen lassen. “Darüber hinaus sollte Wissen über Rassismus kein Teilwissen mehr sein”, sagte Mazyek.

“Es geht darum, unsere Gesellschaft zu erhalten und wie wir unsere Vielfalt und Komplexität schützen können.”

Darüber hinaus fordert Mazyek eine vollständige Untersuchung des Terroranschlags. Fehler sind passiert. Zum Beispiel wurden in der Nacht des Verbrechens viele Notrufe getätigt, die von der Polizei nicht beantwortet wurden. Es musste auch geklärt werden, ob die Notausgänge in der Shisha-Bar wirklich verschlossen waren.

Die Gefahr rassistischer Angriffe sei nach wie vor groß, sagte Mazyek. Die Schutzmaßnahmen werden selektiv erhöht, was jedoch noch nicht ausreicht. “Wir brauchen in den Innenministerien ein noch klareres Bewusstsein dafür, dass rechtsextremistische Angriffe, zum Beispiel auf Muslime, keine abstrakte, sondern eine konkrete Gefahr darstellen.”

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