Xi fordert die Einführung von Mandarin als Unterrichtssprache in der Inneren Mongolei ⋆ Nürnberger Blatt

Symbolisches Bild: China

Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping drängt darauf, dass die Landessprache Mandarin auch unter Minderheiten im Land durchgesetzt wird. Im Hinblick auf Proteste gegen ein neues Sprachgesetz in der Provinz Innere Mongolei sagte Xi auf dem nationalen Volkskongress in Peking, dass die dortigen Behörden Mandarin “beharrlich” fördern und “Missverständnisse” über Nationalität und Kultur korrigieren müssen.

Laut Berichten der staatlichen Medien vom Samstag könnte Mandarin den nationalen Zusammenhalt im Land fördern, sagte Xi. Die Behörden in der Inneren Mongolei sollten “die ethnischen Probleme lösen” und die Verwendung von Lehrbüchern durchsetzen, die in ganz China üblich sind. Im vergangenen Jahr trat in der nordchinesischen Provinz eine umstrittene Verordnung in Kraft, um Mongolen in Lehrbüchern vollständig durch Mandarin zu ersetzen.

Zehntausende Menschen nahmen an Demonstrationen und Schulboykotten teil, um gegen das Gesetz zu protestieren. Die Behörden drohten unter anderem mit Entlassungen und Geldstrafen bei Eltern, die ihre Kinder aus Protest nicht mehr zur Schule schicken wollten. In einem Bezirk boten die Behörden Kindern sogar finanzielle Belohnungen an, wenn es ihnen gelang, ihre Klassenkameraden davon zu überzeugen, in den Unterricht zurückzukehren.

Zwischen der chinesischen Provinz Innere Mongolei und dem Nachbarstaat Mongolei bestehen enge ethnische, kulturelle und sprachliche Beziehungen. Kritiker werfen der chinesischen Führung vor, Minderheiten durch ihre rigorose Assimilationspolitik gewaltsam in die Mehrheitsbevölkerung der Han-Chinesen zu integrieren und ihre kulturellen, sprachlichen und religiösen Besonderheiten unterdrücken oder sogar abschaffen zu wollen. Die Regierung in Peking wurde massiv international kritisiert, insbesondere wegen ihrer Aktionen gegen Minderheiten in der Provinz Xinjiang und in Tibet.

Xi sagte nun, dass die Menschen in der Inneren Mongolei “auswendig lernen müssen, dass die Han-Ethnie nicht von den ethnischen Minderheiten getrennt werden kann und dass die ethnischen Minderheiten nicht von der Han-Ethnie getrennt werden können”. Die Provinzbehörden sollten „gute Arbeit leisten, indem sie die national übliche Sprache – also Mandarin – populär machen. Der staatliche Sender CCTV zeigte Videoaufnahmen des Volkskongresses, in denen Delegierte aus der Inneren Mongolei Xi applaudierten, als er am Freitag sprach.

Während des Volkskongresses legt die Kommunistische Partei Chinas ihre wirtschaftlichen und politischen Prioritäten für das kommende Jahr fest. Entnommene Rechnungen werden fast immer von Tausenden von Delegierten mit überwältigender Mehrheit angenommen.

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