“Wo leben verdammte Türken noch hier?”: Der Mord an Seydi Battal Koparan

(Screenshot / Twitter)

Ludwigsburg – Viele Jahre vor der NSU oder den Morden an türkischen Familien in Solingen oder Mölln in den frühen neunziger Jahren gab es in den frühen achtziger Jahren zahlreiche tödliche Angriffe von rechtsextremistischen Gruppen auf Migranten, insbesondere Türken. In den frühen 1980er Jahren jagten Neonazis landesweit türkische Migranten. 1981 war der 45-jährige Seydi Battal Koparan das „erste“ Opfer eines rassistisch motivierten Mordes türkischer Herkunft.

Heute vor 39 Jahren, am 31. Dezember, der 45-jährige türkische Gastarbeiter Seydi Battal Koparanvor seinem geistig behinderten Sohn von Mitgliedern der rechten Motorradbande “Stander Griffin” mit Eisenstangen ins Koma geschlagen. Medienberichten zufolge erlitt Koparan durch Tritte und Schläge Rippenbrüche. Die Oberseite seines Schädels wurde ebenfalls mit Eisenstangen geschlagen. Die Angreifer schlugen zwei Zähne seines behinderten Sohnes aus und seine Augen waren blutig. Koparan erlag fünf Stunden später seinen Verletzungen.

Der Spiegel 07/05/1982

Koparan war am Silvesterabend mit Freunden auf der Suche nach seinem verrückten Sohn. Er betrat auch das Gasthaus „Krone“ in Gündelbach im Landkreis Ludwigsburg. Diese Bar war die reguläre Kneipe der rechtsradikalen Motorradbande „Stander Greif MC“. Diese Gruppe galt als Nachfolger der 1980 verbotenen rechten Terroristen “Militärsportgruppe Hoffmann”.

“Verdammte Türken, geh weg, geh weg”rief die Frau des Vermieters.

Sechzig Angreifer folgten der Gruppe aus der Bar und griffen sie draußen brutal an. Koparan, sein Sohn und auch seine Freunde wurden schwer verletzt.

Nach dem Angriff brüllten die Rechtsextremisten durch die Stadt und riefen: “Wo leben verdammte Türken hier?” Zu diesem Zeitpunkt wurden nur drei der Täter im Zusammenhang mit dem Mord festgenommen. Einer der Täter wurde zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, ein zweiter zu einem Jahr und neun Monaten. Der dritte wurde freigesprochen.

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