Weitergabe von Vermögenswerten – welche Fristen sind einzuhalten? |

(Beispielfoto: pixa)

Früh aufpassen “ist eine gute Lösung. Dies gilt auch für die Frage, wie Wohlstand an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Ob jedoch umgehend Maßnahmen erforderlich sind, hängt vom Einzelfall ab. Weil es sehr unterschiedliche Fristen gibt, die wichtig sein können. Eines haben sie gemeinsam: Sie halten normalerweise zehn Jahre.

Steuermotive sind oft der treibende Faktor

„Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Menschen mit Fristen befassen, von denen sie einmal gehört haben und die jetzt unter Zeitdruck stehen“, erklärt Notar Michael Uerlings, Pressesprecher der Rheinischen Notarkammer. Oft geht es um Steuerfristen. Wohlhabende Menschen wollen sicherstellen, dass ihre Erben später durch lebenslange Geschenke weniger Steuern zahlen müssen. Tatsächlich steht zehn Jahre nach einer Spende wieder eine unbeschwerte Zulage zur Verfügung.

Beim Verkauf von Immobilien tritt dagegen eine andere Steuerperiode von zehn Jahren in Kraft: Wer eine Immobilie weiterverkauft, die er nicht selbst nutzt oder vor zehn Jahren ganz oder teilweise zur Gegenleistung überträgt, muss möglicherweise a sogenannte Spekulationssteuer auf den erzielten Gewinn.

Eine Verringerung des obligatorischen Anteils kann ebenfalls erwünscht sein

Manchmal soll eine Übertragung erfolgen, um Ansprüche von unangenehmen gesetzlichen Erben zu reduzieren. Wenn seit einem Geschenk zehn Jahre vergangen sind, können diejenigen, die Anspruch auf einen obligatorischen Teil haben, nach der Erbschaft keine zusätzliche Zahlung mehr von den Erben verlangen. Der Betrag nimmt in den zehn Jahren von Jahr zu Jahr um ein Zehntel ab, sodass es kein „Alles oder Nichts“ -Prinzip gibt. Aber der Teufel steckt im Detail: Wenn sich der Spender umfangreiche Nutzungsrechte wie Nießbrauch vorbehält, wie dies häufig der Fall ist, beginnt die Frist nicht mehr zu laufen, als wenn die Übertragung an den Ehepartner erfolgt.

Sichern Sie Ihr Vermögen für die Pflege?

Manche Menschen denken auch über ihren eigenen Pflegebedarf nach und möchten verhindern, dass ihr eigenes Vermögen zur Deckung der Pflegekosten verwendet wird. Auf den ersten Blick scheint es ein kluger Schachzug zu sein, das Vermögen stattdessen rechtzeitig an die Kinder zu übertragen. Denn nach zehn Jahren können Spenden aufgrund der Notwendigkeit des Spenders grundsätzlich nicht mehr zurückgefordert werden, auch nicht von der Sozialhilfe. “Aber Vorsicht! Es ist normalerweise keine gute Idee, Vermögenswerte zu verschenken, die Sie selbst noch benötigen könnten”, sagt Notar Uerlings. “Das hart verdiente Vermögen sollte Ihnen im Alter einen gewissen Spielraum geben.” In Einzelfällen kann es auch Bedenken geben über das Sozialgesetz, mit den Kosten der Pflege der Öffentlichkeit, aber das Eigentum an die Kinder zu übertragen.

Notar- und Steuerberatung einholen

Jeder Fall ist anders. Daher berät der Notar – abgestimmt mit der Steuerberatung – individuell zum richtigen Zeitpunkt und über die entsprechende Rechtsstruktur.

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