Weiter keine Annäherung zum Thema Fischerei Fisch Nürnberger Blatt

Symbolisches Bild: Brexit

In den Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich über ein Handelsabkommen nach dem Brexit gibt es immer noch keine Annäherung im Streit um die Fischereirechte für EU-Fischer in britischen Gewässern. In Bezug auf die Fischerei blieben die Verhandlungen auch nach einer weiteren Verhandlungsrunde in Brüssel hängen, sagte ein EU-Diplomat am Samstagabend. Es gibt immer noch “die gleichen Meinungsverschiedenheiten”, sagte ein anderer Diplomat.

Laut Diplomaten hat die EU Großbritannien nun ein letztes Angebot zum Thema Fischerei unterbreitet. Der britische Premierminister Boris Johnson wird letztendlich darüber entscheiden müssen. Wenn Großbritannien das Angebot ablehnt, “bekommen wir kein Abkommen über Fisch”, sagte ein Diplomat.

Großbritannien hat die EU am 1. Februar verlassen, aber das Land wird bis Ende des Jahres im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion bleiben. In der Zwischenzeit ist die Zeit für die rechtzeitige Ratifizierung eines beabsichtigten Handelsabkommens für die Zeit danach äußerst kurz. Ohne eine Vereinbarung würden zum Jahreswechsel im gegenseitigen Handel Zölle erhoben – mit schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft.

Die Hauptstreitpunkte seit Monaten waren fairer Wettbewerb, die Kontrolle eines künftigen Abkommens und der Zugang der Fischer aus der EU zu britischen Gewässern. Während in den ersten beiden Punkten in letzter Zeit erhebliche Fortschritte erzielt worden waren, blieb die Frage der Fischerei schwierig.

Ohne ein Abkommen könnten EU-Fischer ihre Netze nicht mehr in britischen Gewässern werfen. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier hat den EU-Fischern inzwischen angeboten, auf fast ein Viertel des Wertes ihres Fangs in britischen Gewässern zu verzichten. Berichten zufolge fordert das Vereinigte Königreich, dass die EU-Fischer deutlich mehr als die Hälfte aufgeben.

Die Europäische Fischereiallianz (CFCA) hat bereits alarmiert reagiert. Mit ihrem Angebot würde die EU “den Todesstoß für Teile des Wirtschaftssektors läuten, was für Küstengemeinden in ganz Europa so viel bedeutet”.

Die Verhandlungen werden am Sonntag wieder aufgenommen, aber es bleibt nicht viel Zeit für einen Durchbruch. Das EU-Parlament gab beiden Seiten bis Sonntag um Mitternacht Zeit, um eine Einigung vorzulegen. Andernfalls bleibt aus Sicht des Parlaments nicht genügend Zeit, um den Text zu prüfen und für das Inkrafttreten am 1. Januar zu ratifizieren.

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