VW einigt sich mit Winterkorn auf 11,2 Millionen Euro Schadenersatz ⋆ Nürnberger Blatt

Volkswagen – Bild: Keita Kuroki / CC BY 2.0

Der Aufsichtsrat des Autobauers Volkswagen hat sich mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn auf Schadensersatz in zweistelliger Millionenhöhe im Zusammenhang mit dem Dieselskandal geeinigt. Wie VW am Mittwoch mitteilte, sieht die am vergangenen Samstag vom Aufsichtsrat genehmigte Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und Winterkorn einen Betrag von 11,2 Millionen Euro vor. Daher wurde auch mit anderen ehemaligen Verantwortlichen und der Managerhaftpflichtversicherung eine Vereinbarung über Ausgleichszahlungen getroffen.

Der Aufsichtsrat stimmte deshalb einer Einigung über eine Zahlung von 4,1 Millionen Euro des ehemaligen Audi-Chefs Rupert Stadler zu. Auch mit dem ehemaligen Audi-Manager Stefan Knirsch besteht nach Unternehmensangaben eine Einigung über eine Zahlung von einer Million Euro und mit dem ehemaligen Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz über 1,5 Millionen Euro. Außerdem erwirtschaften die Versicherer 270 Millionen Euro.

Insgesamt summieren sich die Zahlungen an VW auf rund 288 Millionen Euro. Die Entschädigungszahlungen basieren auf der vom Aufsichtsrat im Oktober 2015 eingeleiteten Untersuchung zu den Ursachen und Verantwortlichkeiten des Dieselskandals.

Im März beschloss das Aufsichtsgremium, gegen Winterkorn und Stadler Klagen wegen aktienrechtlicher Sorgfaltspflichtverletzungen einzureichen. Pflichtverletzungen anderer Mitglieder der Konzernleitung wurden nicht festgestellt. Laut VW muss die Vereinbarung noch von der Hauptversammlung genehmigt werden, die für den 22. Juli einberufen wird.

Der Dieselskandal beim Autobauer, der VW bereits rund 32 Milliarden Euro an Strafen, Schadensersatzzahlungen und Gerichtskosten gekostet hatte, wurde im September 2015 öffentlich. VW gab damals zu, in bestimmten Dieselmotoren Software installiert zu haben, die nur reduzierte Stickoxid-Emissionen auf dem Prüfstand, aber nicht im Straßenverkehr. In Deutschland sind Winterkorn und andere ehemalige oder aktuelle hochrangige Mitarbeiter aus diesem Grund angeklagt oder stehen vor Gericht.

Leave a Comment