Verdi ruft Amazon-Mitarbeiter zu Streik am Prime Day auf ⋆ Nürnberger Blatt

Amazon – Bild: Mehaniq über Twenty20

Die Gewerkschaft Verdi ruft während der Rabattaktion des Online-Händlers Amazon, dem sogenannten Prime Day, zum Streik auf. Amazon machte an den Aktionstagen Milliardenumsätze: “Die Mitarbeiter in den Versandzentren müssen den Ansturm der Kunden verkraften und bekommen keinen Cent für den Mehraufwand”, kritisierte Orhan Akman von Verdi am Sonntag. Am Montag und Dienstag sollen daher die Arbeiter an sieben Standorten des Konzerns ihre Arbeit einstellen.

Die Streiks in Werne, Leipzig, Rheinberg, Bad Hersfeld, Koblenz und Graben sollen laut Verdi in der Nacht zu Montag beginnen und bis einschließlich Mittwoch andauern. „Die Gewinne fließen in die Taschen des Unternehmens und seiner Aktionäre, während den Mitarbeitern weiterhin Tariflöhne und gute und gesunde Arbeitsbedingungen verweigert werden“, fügte Akman hinzu.

Akman nannte die kürzlich angekündigte Erhöhung der Einstiegsgehälter auf zwölf Euro pro Stunde „zynisch und weit entfernt von Anerkennung und Respekt“. Amazon verhalte sich „wie ein Vermieter“, der bei guter Laune „ein paar Vorteile für seine Tagelöhner hat“. Die Gewerkschaft fordert die Bundesregierung auf, den Weg zu allgemein verbindlichen Tarifbestimmungen zu erleichtern, damit alle Unternehmen der jeweiligen Branche daran gebunden sind.

Verdi kämpft seit Jahren dafür, dass Amazon-Mitarbeiter einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für Einzelhandel und Versandhandel bezahlt werden. Amazon argumentiert immer wieder damit, dass das Unternehmen auch ohne Tarifvertrag „ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber“ sei und am oberen Ende des Üblichen für vergleichbare Tätigkeiten bezahlt.

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