Verbraucher dürfen künftig in Nürnberger Blatt alte Elektrogeräte in Supermärkten abgeben

Elektronikschrott – Bild: Mehaniq über Twenty20

Ob alte Handys oder defekte Rasierer: In Zukunft können Verbraucher in Supermärkten weggeworfene Elektrogeräte abgeben. Der Bundesrat hat am Freitag eine entsprechende Änderung des Gesetzes über Elektro- und Elektronikgeräte gebilligt. Die neue Verordnung soll dazu führen, dass mehr Geräte recycelt werden, und tritt am 1. Januar 2022 in Kraft.

Insbesondere können alte Elektrogeräte dann auch bei vielen Discountern oder anderen Lebensmittelhändlern kostenlos abgegeben werden. Für kleine elektronische Geräte wie Mobiltelefone oder Taschenlampen gilt dies unabhängig davon, ob ein neues Produkt gekauft wird, für größere alte Geräte (über 25 Zentimeter) beim Kauf eines entsprechenden neuen Artikels. Voraussetzung ist, dass die Ladenfläche größer als 800 Quadratmeter ist und die Händler selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Betroffen sind rund 25.000 Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen.

Die Hersteller werden ebenfalls zur Verantwortung gezogen: Sie sollten künftig kleinere Sammelbehälter in Recyclingzentren aufstellen, damit möglichst wenige alte Geräte beim Sammeln und Abholen zerstört werden.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte das Gesetz scharf. Es verhindert weder den „Wegwerfcharakter vieler Elektrogeräte“ noch ist es geeignet, das EU-Ziel von 65 Prozent für die Sammlung von Elektroschrott zu erreichen. Im Jahr 2018 wurden nach Angaben des Umweltministeriums rund 43 Prozent der in Verkehr gebrachten alten Elektrogeräte eingesammelt.

Darüber hinaus wird laut DUH nur ein Prozent der mehr als 1,6 Millionen Tonnen alten Elektrogeräte pro Jahr recycelt und wiederverwendet – so werden “weiterhin Schadstoffe freigesetzt und das Klima verschmutzt”, sagte die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin des DUH, Barbara Metz.

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