USA lockern Vorschriften für die Lagerung von Biontech-Impfstoff ⋆ Nürnberger Blatt

Impfung – Bild: Biontech

Die US-amerikanische FDA hat ihre Lagerungsanforderungen für den Corona-Impfstoff von Biontech / Pfizer gelockert. Der Impfstoff muss nicht mehr bei extrem niedrigen Temperaturen von bis zu minus 80 Grad gelagert werden, was die Verteilung des Impfstoffs erleichtert. Ein FDA-Expertenausschuss sollte am Freitag auch die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson erörtern, der im Gegensatz zu den zuvor zugelassenen Impfstoffen nur einmal injiziert werden muss.

Der Biontech / Pfizer-Impfstoff kann jetzt in den USA bis zu zwei Wochen in Standard-Gefriergeräten mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad gelagert werden, wie die FDA am Donnerstag (Ortszeit) bekannt gab. Dies sollte die Arbeit in den Impfzentren und den Transport erleichtern. Die Impfzentren müssen keine speziellen Gefrierschränke mit extrem niedrigen Temperaturen mehr kaufen, sagte der FDA-Experte Peter Marks.

In Deutschland ist die Lagerung des Biontech / Pfizer-Impfstoffs in Ultra-Gefriergeräten derzeit jedoch noch bei Temperaturen zwischen minus 80 und minus 60 Grad erforderlich.

Pfizer hatte die FDA aufgefordert, die Regulierung der Lagerung von Impfstoffen zu lockern. Das US-Unternehmen legte Daten vor, nach denen der Impfstoff auch bei niedrigeren Minustemperaturen von minus 25 bis minus 15 Grad in seiner Wirksamkeit stabil bleibt. Diese Temperaturen könnten durch die üblichen pharmazeutischen Gefrier- und Kühlschränke aufrechterhalten werden, argumentieren Biontech und Pfizer in ihrer Anwendung.

Eine weitere wichtige Entscheidung stand am Freitag auf der Tagesordnung der FDA: Ihr Expertenausschuss wollte tagsüber über den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson sprechen. Unter der Annahme eines positiven Urteils könnte der Impfstoff dann innerhalb kürzester Zeit zugelassen werden. Die USA hätten nach Biontech / Pfizer und Moderna einen dritten Impfstoff zur Verfügung. Bis heute wurden landesweit mehr als 66 Millionen Injektionen verabreicht.

Vorläufige Tests der FDA haben bestätigt, dass der Johnson & Johnson-Impfstoff sehr wirksam ist. Laut am Mittwoch veröffentlichten Dokumenten verhinderte das Medikament 85,9 Prozent der schweren Krankheiten in einer großen klinischen Studie in den USA. In Studien in Südafrika und Brasilien betrug die Wirksamkeit 81,7 bzw. 87,6 Prozent. Dies bedeutet, dass der Impfstoff des US-Unternehmens auch gegen die südafrikanischen und brasilianischen Virusvarianten, die als wesentlich ansteckender gelten, gut zu wirken scheint.

Im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen benötigt Johnson & Johnson nur eine Injektion. Das Produkt ist auch einfacher zu transportieren und zu lagern: Laut Angaben des Unternehmens kann es mindestens drei Monate lang bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad aufbewahrt werden. Die US-Gruppe hat auch eine Zulassung in der Europäischen Union beantragt. Eine Entscheidung wird Mitte März erwartet.

Der Johnson & Johnson-Impfstoff verwendet ein sogenanntes Adenovirus als Vektor. Dies löst normalerweise eine Erkältung aus, wurde jedoch geändert, um eine Vermehrung zu verhindern. Der Vektor sendet genetische Anweisungen an die Zellen, um ein spezifisches Protein des Coronavirus zu produzieren. Auf diese Weise ist das Immunsystem bereit, das echte Coronavirus zu bekämpfen.

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