US-Rüstungsorganisation NRA meldet Insolvenz an ⋆ Nürnberger Blatt

Symbolisches Bild: Insolvenz – Bild: Tashatuvango / shutterstock.com

Um Gerichtsverfahren abzuwenden, hat die mächtige US-Waffenlobby NRA Insolvenz angemeldet. Die National Rifle Association und eine ihrer Tochtergesellschaften haben bei einem Insolvenzgericht in Dallas, Texas, Insolvenzschutz beantragt, teilte ihr Chef Wayne LaPierre am Samstag in einer E-Mail an die NRA-Mitglieder mit. Damit soll sichergestellt werden, dass die Organisation “frei von der politisch toxischen Umwelt in New York” bleibt.

Der Bundesstaat New York eröffnete im August ein Verfahren gegen die NRA, ihren Chef und drei weitere hochrangige NRA-Beamte. Sie haben angeblich Mitgliedsbeiträge der Organisation und Spenden für persönliche Ausgaben unterschlagen. Die New Yorker Staatsanwältin Letitia James, die Mitglied der Demokratischen Partei ist, hatte politische Motive für den Prozess bestritten und gleichzeitig zugegeben, dass dies zur Auflösung der NRB führen könnte.

Die NRA will nun von ihrem Gründungsort New York nach Texas ziehen. Die Lobbyorganisation vertritt seit Jahrzehnten Waffenbesitzer in den USA und ist entschieden gegen jede Einschränkung des Verkaufs und des Besitzes von Waffen. Die Organisation übt ihren Einfluss auch aus, indem sie Politikern, die Positionen der NRB unterstützen, materielle Unterstützung bietet.

LaPierre leitet die Organisation seit rund 30 Jahren. Laut internen Dokumenten, die im Internet verbreitet werden, soll er ein Luxusleben mit Reisen auf die Bahamas und nach Italien und anderen Annehmlichkeiten auf Kosten der NRB führen. Der New Yorker Staatsanwalt beschuldigt LaPierre und seine Komplizen, in drei Jahren Verluste in Höhe von 64 Millionen US-Dollar verursacht zu haben.

Das Insolvenzverfahren schützt die NRB nicht nur vor Forderungen von Gläubigern, sondern auch vor Gerichtsverfahren. Trotz des Insolvenzantrags will die Lobbyorganisation keine wesentlichen Änderungen an ihren Aktivitäten oder Mitarbeitern vornehmen. “Die NRB ist nicht pleite, stellt den Betrieb nicht ein und ist nicht zahlungsunfähig”, stellte LaPierre klar.

Staatsanwalt James erklärte auf dem Insolvenzantrag der NRB, dass sie “der NRB nicht erlauben würde, diese oder eine andere Taktik anzuwenden, um sich ihrer Verantwortung und der Aufsicht meiner Behörde zu entziehen”.

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