«Unser Guido war viel mehr als nur ein Scherz» – GlücksPost

Mein Bruder Alex und ich haben es kommen sehen. Guido wurde von Woche zu Woche schlimmer. Wir haben ihn in seinen letzten Tagen mehrmals besucht und gesehen, dass das Ende nahe war. Guido konnte kaum laufen. Aber er sprach nicht gern über den Tod. Er machte auch nie viel Aufhebens um seine schwere Krankheit. Er war immer ein stiller Leidender. Manchmal holten wir ihn zum gemeinsamen Mittagessen im Rollstuhl ab. Guido hatte jahrelang Diabetes gehabt und bereits viel Gewicht verloren. ‹Ich war am dicksten. Jetzt bin ich der schlankste «, scherzte er. Trotz des Schmerzes gefiel ihm die Tatsache, dass sein Lied „Jetzt mues de Buuch away“ ausgerechnet für ihn Realität geworden war.

Es gibt eine Geschichte, dass das Trio Eugster bis zu Guidos Tod noch existierte, was alles andere als lustig ist. Wir sind von einem unserer letzten Auftritte in Thun nach Zürich gefahren. Ich war hinter dem Lenkrad. Ein Citroën 2CV, ein ‘Döschwo’, trödelte vor uns. Guido sagte genervt: “Du solltest ihn endlich überholen!” Ich tat, was mir gesagt wurde, aber sobald ich wieder auf der richtigen Spur war, eilte ein Falschfahrer an uns vorbei. Es war ein Zufall von wahrscheinlich weniger als einer Sekunde, dass er uns nicht frontal begegnet ist. In der nächsten SOS-Kolumne riefen wir die Polizei an, die den Falschfahrer stoppen konnte. Ansonsten hatten wir immer viel Spaß auf den Fahrten zu und von den Konzerten. Manchmal mussten wir anhalten, um uns von den Lachanfällen am Straßenrand zu erholen. Eine andere Geschichte ist uns in Köln passiert. Wir waren gebucht worden, um beim Karneval aufzutreten. Wir mussten bis zwei Uhr morgens warten. Als wir auf der Bühne standen, stellten wir schnell fest, dass etwas nicht stimmte. Sie hatten die Minnesänger gebucht und warteten sehnsüchtig auf ihren Kassenschlager “Ja, Grüezi, wahrscheinlich Frau Stirnimaa”, hörten aber stattdessen unsere Hits wie “Oh du leckst mich …”. Wir haben aus der Notwendigkeit eine Tugend gemacht und “Frau Stirnimaa” als Zugabe gegeben. Trotzdem wollten die Veranstalter die Gebühr von 2000 Franken zurück, aber das haben wir natürlich nicht.

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