Unruhen bei der traditionellen Demonstration zum Ersten Mai in Berlin

Michael Müller – Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0über Wikimedia Commons

Nach anfänglich friedlichen Demonstrationen am 1. Mai kam es am Samstagabend in Berlin zu Unruhen. Demonstranten warfen Steine, Flaschen und Kracher auf die Rettungsdienste, teilte die Polizei mit. Im Stadtteil Neukölln wurden Mülleimer und Barrikaden in Brand gesteckt, und es kam zu Sachschäden an Geschäften und Autos. Nach Angaben des Berliner Senats wurden fast hundert Polizisten verletzt.

Bei der sogenannten revolutionären Demonstration am 1. Mai wurden insgesamt 93 Beamte bei Unruhen verletzt. Vier der Beamten konnten ihre Aufgaben nicht fortsetzen. Es gab 354 Festnahmen wegen schwerer Verletzung des Friedens, Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung.

Berlins Oberbürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel (beide SPD) verurteilten die gewaltsamen Unruhen. “Gewalt, Hass und Unwissenheit haben weder am 1. Mai noch an einem anderen Tag einen Platz in dieser Gesellschaft”, erklärte Müller. Die vielen verletzten Rettungsdienste sind “ein bitteres Gleichgewicht, das mich wütend macht”.

Geisel kritisierte, dass Gewalt gegen Polizisten “und blinde Wut zur Zerstörung nichts mit politischem Protest zu tun haben”. Der stellvertretende Leiter der Polizeigewerkschaft (GdP) in Berlin, Stephan Kelm, sagte, die Täter hätten “das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit missbraucht, um die schwersten Verbrechen zu legitimieren”.

Die Polizei war bis zum späten Samstag mit einem großen Kontingent von bis zu 5.600 Beamten im Dienst. Die Demonstration in Berlin verlief zunächst ruhig. Bei einer Fahrradparade demonstrierten am Samstagnachmittag bis zu 10.500 Teilnehmer für mehr soziale Gerechtigkeit. Bereits im Verlauf dieser Kundgebung kam es zu Angriffen auf Polizisten durch Werfen von Flaschen und Tritten. Darüber hinaus demonstrierten rund 4.500 Menschen für die Erhaltung der Clubszene.

Während der darauf folgenden sogenannten revolutionären Demonstration zum Ersten Mai forderten die Demonstranten unter anderem Solidarität und bezahlbaren Wohnraum. Während die Polizei rund 5.000 Teilnehmer annahm, sprachen die Organisatoren von mehr als 25.000 Personen.

Nachdem die Pyrotechnik nach Beginn der Demonstration, insbesondere im sogenannten schwarzen Block, entzündet worden war, versuchte die Polizei, Teile der Demonstration zu umkreisen. Dann gab es laut einem AFP-Reporter Argumente, Pflastersteine ​​und Flaschen wurden geworfen. Die Polizei benutzte Pfefferspray. Der Protestmarsch der linken Gruppen wurde am Samstagabend gegen 21 Uhr für beendet erklärt

Auch in zahlreichen anderen Städten fanden am 1. Mai überwiegend friedliche Demonstrationen statt, es fanden jedoch auch einige gewalttätige Aktionen statt. In Hamburg versammelten sich mehrere hundert Menschen im Schanzenviertel, Feuerwerkskörper wurden gezündet. Die Beamten brachen das Treffen ab und gelegentlich wurden Wasserwerfer gegen Blocker eingesetzt.

Nach Angaben der Polizei wurden die Rettungsdienste in Frankfurt am Main unter anderem durch gezielte Unebenheiten mit Fahnenmasten und Wurfflaschen angegriffen. Die Polizei räumte eine Versammlung mit einem Wasserwerfer ab. Auch in Leipzig wurden Beamte angegriffen und Feuerwerkskörper gezündet.

Es gab auch Vorfälle während Demonstrationen zum Tag der Arbeit im Ausland. In Paris versuchten Anhänger des linken schwarzen Blocks am Samstag, den Protestmarsch der Gewerkschaften durch die französische Hauptstadt zu blockieren. Die Polizei setzte Tränengas ein. Nach Angaben des Innenministeriums waren bis zum Abend insgesamt 46 Personen festgenommen worden.

In Istanbul ging die türkische Polizei am Samstag gegen Demonstranten vor, die sich am Tag der Arbeit trotz eines Verbots von Corona-Versammlungen versammelten. Mehr als 200 Personen wurden festgenommen.

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