UN-Menschenrechtskommissar besorgt über Wahlkriminalität in Peru ⋆ Nürnberger Blatt

Michelle Bachelet – Bild: Suzanne Plunkett / CC BY-NC-ND 2.0

Acht Tage nach der Präsidentschaftswahl in Peru hat sich die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet besorgt über die zunehmenden Spannungen in dem südamerikanischen Land geäußert. Alle Beteiligten sollten angesichts des noch unklaren Wahlergebnisses “Ruhe bewahren”, forderte Bachelet am Montag. Eine Wahl, die die „Regeln der Demokratie“ missachtet, würde den sozialen Zusammenhalt in einem Land gefährden. Auch in Peru könnten die Risse in der Gesellschaft nun noch größer werden.

Das endgültige Wahlergebnis steht auch acht Tage nach den Wahlen noch nicht fest. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen führte der linke Pedro Castillo knapp 50,1 Prozent vor dem Rechtspopulisten Keiko Fujimori mit 49,9 Prozent. Fujimori hat jedoch die Annullierung von Zehntausenden von Stimmen beantragt. Castillos Vorsprung beträgt derzeit rund 48.000 Stimmen.

Mitten in diesem Wahlthriller hatte ein Staatsanwalt erneut Untersuchungshaft für den der Korruption verdächtigten Fujimori beantragt. Die Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori wird der Korruption in der weit verbreiteten Affäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verdächtigt.

Fujimori bewirbt sich bereits zum dritten Mal um das höchste Amt des Bundesstaates. 2011 und 2016 landete sie in der Stichwahl knapp hinter ihren Konkurrenten. Bei der Stimmabgabe am Sonntag hatte sie versprochen, dass sie das Ergebnis anders als zuvor auch im Falle einer Niederlage akzeptieren würde.

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