Uber muss Fahrer in Großbritannien wie Angestellte behandeln ⋆ Nürnberger Blatt

Uber App - Bild: LinaVeresk über Twenty20
Uber App – Bild: LinaVeresk über Twenty20

Nach Angaben des britischen Obersten Gerichtshofs müssen Fahrer des US-amerikanischen Transportunternehmens Uber als Angestellte betrachtet werden. Der Oberste Gerichtshof gab am Freitag sein mit Spannung erwartetes Urteil zu diesem Thema bekannt, das weitreichende Konsequenzen für die gesamte sogenannte “Gig Economy” des Landes haben könnte. Die GMB-Gewerkschaft sprach von einem “historischen Sieg”.

Uber-Fahrer haben als Angestellte Anspruch auf Mindestlohn, bezahlten Urlaub und regelmäßige Pausen. Die britische Justiz setzt sich seit Jahren mit dem Status von Uber-Fahrern im Land auseinander. Bereits in den Jahren 2016, 2017 und 2018 entschieden niedrigere Instanzen zugunsten einer Gruppe von 20 Fahrern des US-amerikanischen Fahrerdienstleisters.

Das US-Unternehmen besteht immer darauf, dass die Fahrer selbstständig sind, da sie selbst über ihre Arbeitszeit und den Arbeitsplatz entscheiden und in einigen Fällen auch Kunden über andere Apps als Uber finden. Als Antwort auf das Urteil sagte das Unternehmen am Freitag, dass es die Entscheidung “respektieren” wolle. Uber wird sich jetzt mit in Großbritannien tätigen Fahrern beraten, welche Änderungen sie wünschen.

Die GMB-Gewerkschaft sagte, dass das Urteil des Obersten Gerichtshofs den Klägern den Weg ebnete, vor Arbeitsgerichten auf Entschädigung zu klagen. Zu diesem Zweck wird die Gewerkschaft nun mit den Fahrern besprechen, wie sie vorgehen soll.

Das Urteil könnte weitreichende Auswirkungen auf die Industrie und andere Plattformen haben. Kuriere des Lieferservices Deliveroo kämpfen derzeit vor einem Berufungsgericht in London für Tarifverhandlungsrechte.

Der Begriff „Gig Economy“ basiert auf bezahlten „Gigs“ (Auftritten) von Musikern, dem Teil des Arbeitsmarktes, in dem viele kleine Jobs kurzfristig an viele unabhängige Freiberufler vergeben werden. Auch in den USA verteidigen sich Fahrer aus Uber und Lyft derzeit gegen ihren Status als Selbständige.

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