Türkisch und Griechisch an Schulen: Grüne und Union lehnen SPD-Forderung ab

(Foto: nex24)

Wiesbaden – Die schwarz-grüne Mehrheit in Hessen hat vergangene Woche einen Antrag der SPD auf Unterricht von Türkisch und Griechisch als Fremdsprachen abgelehnt. Es sollen jedoch Polnisch, Chinesisch, Portugiesisch und Arabisch unterrichtet werden. Dies führt zu Ressentiments in der türkischen Gemeinschaft.

Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser hält das für “inakzeptabel”, wie sie am Dienstag sagte. Der SPD-Politiker bezeichnete es als absurd, wenn Türkisch, die meistgesprochene Fremdsprache im Alltag, auf der Strecke bleibt. Sie kündigte an, den abgelehnten Antrag immer wieder zurückzubringen. Es wäre wichtig gewesen, Türkisch einzuführen und damit den Menschen zu vermitteln, dass sie dazugehören und Teil der Gesellschaft sind, sagt Faeser.

Die Forderung der SPD, dass neben Arabisch auch andere häufig gesprochene Herkunftssprachen wie Türkisch und Griechisch dauerhaft als zweite oder dritte Fremdsprache und umzugsrelevante Wahlpflichtfächer an allgemeinbildenden Schulen im Regelunterricht angeboten werden, war von Grünen, AfD und CDU abgelehnt. Dafür stimmten SPD, Linke und FDP.

SPD-Integrationspolitiker Turgut Yüksel in einer Stellungnahme:

Ich bedaure sehr, dass Schwarzgrün diesbezüglich zu schüchtern ist und die Forderung der Studierenden ignoriert, indem es wahllos bestimmte Sprachen fördert. Bemühungen um den Ausbau von Portugiesisch, Arabisch, Chinesisch und Polnisch werden leider dadurch verhindert, dass die Förderung traditioneller Gastarbeitersprachen wie Türkisch und Griechisch komplett ignoriert wird.

Wie die Tageszeitung Gießen Allgemein(GA) fordern viele Verbände, darunter die Türkische Gemeinschaft Hessen, die Einführung des Türkischunterrichts als zweite und dritte Fremdsprache. Eine Petition, die Arif Arslaner, Geschäftsführer der Frankfurter Bildungseinrichtung Kubi (Gesellschaft für Kultur und Bildung) und andere vor drei Jahren betrieben haben, sammelte mehr als 20.000 Unterschriften. Es wurde nicht realisiert. “Wir sind seit Jahren vertröstet worden”, zitiert GA Arslaner. Die Entscheidung, andere Sprachen anzubieten, erregt nun bei vielen türkischstämmigen Menschen Empörung. “Sie verstehen, dass sie hier nicht willkommen sind.”

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