Türkei: Erdogan fordert EU-Beitritt

(Archivfoto: tccb)

Antalya – “Ohne die Vollmitgliedschaft der Türkei kann die EU ihr Ziel, ein Machtzentrum und ein Magnet zu werden, nicht erreichen”, sagte der türkische Staatschef in seiner Eröffnungsrede auf dem Gipfel des Südosteuropäischen Kooperationsprozesses (SEECP) am Donnerstag in Antalya.

„Wir wollen, dass die Bemühungen, die wir trotz aller Ungerechtigkeiten ein halbes Jahrhundert lang geduldig und beharrlich für eine Vollmitgliedschaft unternommen haben, Früchte tragen. Wir erwarten, dass die Union der strategischen Blindheit, in die sie verfallen ist, unverzüglich ein Ende setzt und den Beitrittsprozess mit einer positiven Agenda vorantreibt“, fügte Recep Tayyip Erdogan hinzu.

In seiner Rede lobte Erdogan die Entscheidung der EU, Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien aufzunehmen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es sei jedoch ein “wesentliches Manko, dass die Entscheidung noch nicht vollständig in die Praxis umgesetzt wurde”. Die Türkei hoffe auch, dass die Europäische Union Bosnien-Herzegowina und den Kosovo weiterhin unterstützen werde und die Beitrittsverhandlungen mit Montenegro und Serbien erfolgreich abgeschlossen werden. Versuche, den Westbalkan im Integrationsprozess künstlich von der Türkei zu trennen, seien mit gemeinsamen Werten unvereinbar, sagte Erdogan.

25 Jahre SEECP

In seiner Eröffnungsrede auf dem Gipfel wies Erdogan auch darauf hin, dass die SEECP 1996 ins Leben gerufen wurde, um auf einer soliden Grundlage ein Umfeld des Friedens, der Sicherheit und der Stabilität in Südosteuropa zu schaffen.

Der Südosteuropäische Kooperationsprozess wurde 1996 auf Initiative Bulgariens als regionale Initiative zur politischen Koordinierung der Zusammenarbeit in Südosteuropa gegründet. Organ des SEECP ist der Regional Cooperation Council (RCC), der am 27. Februar 2008 ins Leben gerufen wurde. Ziel des Councils ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu fördern und als einheitliches Sprachrohr von der Region in die Welt zu fungieren.

Zu den Mitgliedsstaaten gehören Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Moldawien. Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, Slowenien und die Türkei.

Kampf gegen den Terrorismus

Auch Erdogan betonte die Kooperationsbereitschaft der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus: “Wir sind jederzeit bereit, Erfahrungen und Wissen mit den Ländern der Region im Kampf gegen alle Formen des Terrorismus auszutauschen.”

Zur Frage der irregulären Migration sagte er: “Als südosteuropäische Länder haben wir nicht den Luxus, irregulären Migrationsströmen gleichgültig gegenüberzustehen.”

Die Türkei sei derzeit ein sicherer Hafen für mehr als 4 Millionen Flüchtlinge, davon 3,7 Millionen Syrer, sagte er und fügte hinzu: “Wir bieten 9 Millionen Menschen Hilfe und Schutz, darunter auch Binnenvertriebene in Syrien.”

“Leider erhalten wir von der internationalen Gemeinschaft nicht die Unterstützung, die wir bei der irregulären Migration und dem Schutz der unterdrückten Syrer brauchen”, sagte er.

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