Strände füllen sich bei Sommerwetter Nürnberger Blatt

Badestrand – Bild: buyanchik007 via Twenty20

Schon das Sommerwetter lockt viele Menschen an Seen und Flüsse – und wenn in den ersten Bundesländern in rund drei Wochen die Sommerferien beginnen, startet die neue Badesaison mit Schwung. Die Deutsche Lebensrettende Gesellschaft (DLRG) warnt vor Übermut. Selbstüberschätzung und Alkohol verursachen jedes Jahr viele Todesfälle. Fragen und Antworten:

WIE VIELE MENSCHEN TRINKEN IN DEUTSCHLAND?

Im Jahr 2020 ertranken laut DLRG mindestens 378 Menschen, 60 Prozent davon in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Das waren neun Prozent weniger Badetote als im Vorjahr.

WO IST DAS HÖCHSTE RISIKO?

An Seen, Teichen und Flüssen – hier starben im vergangenen Jahr die meisten Menschen, insgesamt mindestens 335. Das waren 88 Prozent aller Badetoten. Nur vergleichsweise wenige Badestellen werden auf Binnengewässern von Rettungsschwimmern bewacht. An den bewachten Badeplätzen und in Schwimmbädern ist es sicherer. Zum Vergleich: In Frei- und Hallenbädern starben sechs Menschen.

WAS SIND DIE HÄUFIGSTEN URSACHEN?

Übermut, mangelnde Schwimmfähigkeit, Selbstüberschätzung, Alkohol und Unkenntnis möglicher Gefahren führen laut DLRG am häufigsten zum Ertrinken – vor allem bei Männern. Vier von fünf Todesopfern sind männlich.

KANN ICH IN DAS WASSER BEHEIZT SPRINGEN?

Besser nicht, denn das Wasser ist bis in den Sommer oft recht kühl. Ein Sprung ins Wasser kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen. Auch der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser kann das Kreislaufsystem belasten und besonders für ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Herz-Kreislauf-System gefährlich sein. Schwimmer sollten langsam ins Wasser gehen und ihren Körper an das kalte Wasser gewöhnen. Sobald Sie frieren, ist es Zeit, auszugehen.

WAS MUSS ICH BEI DER AUSWAHL EINES BADEZIMMERS BEACHTEN?

Unbekannte Gewässer bergen Gefahren – springen Sie also niemals übermütig in einen See. Die DLRG empfiehlt, nur an bewachten Badeplätzen zu schwimmen und die Warnhinweise zu beachten. Eine rote Flagge am Meer bedeutet zum Beispiel Badeverbot – dies wird im Sommer immer wieder ignoriert. Bei Seegang entsteht eine Strömung, die sich wie ein Staubsauger ins offene Meer zurückzieht. Dies ist besonders für Kinder im flachen Wasser gefährlich, da sie leicht umgestoßen werden können.

IST ES AUCH MÖGLICH, IN FLÜSSEN ZU SCHWIMMEN?

Generell ja – in vielen deutschen Flüssen ist die Wasserqualität zum Baden ausreichend. Dies gilt auch für weite Abschnitte der Elbe oder des Rheins. Bei niedrigem Wasserstand ist jedoch Vorsicht geboten, da die Wasserqualität dann stark sinken kann. Gefahren entstehen auch durch gefährliche Strömungen, die an der Wasseroberfläche oft kaum wahrnehmbar sind, sowie durch Schiffsverkehr, Brückenpfeiler und Unterwasserhindernisse. Laut einem aktuellen Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA sind deutsche Badegewässer generell von ausgezeichneter Qualität.

WAS MUSS BEI KINDERN BESONDERS BEACHTET WERDEN?

Wasser ist eine magische Anziehungskraft für Kinder. Eltern sollten daher nie den Blick vom Wasser lassen – das gilt übrigens auch für den flachen Gartenteich. Kleine Kinder können nur wenige Zentimeter tief im Wasser ertrinken. Auch Luftmatratzen, Hüpfburgen und Gummitiere bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken. Wenn ein Kind im Wasser in Seenot gerät, kann es für Außenstehende schwer zu erkennen sein, warnt der Bundesarbeitskreis Mehr Sicherheit für Kinder. Kinder ertrinken “leise”.

WIE LEISTE ICH ERSTE HILFE?

Bei Atemstillstand sollte sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen werden; Bei Herzstillstand sollte gleichzeitig eine Herzmassage durchgeführt werden. Unter keinen Umständen sollte versucht werden, Wasser aus der Lunge oder dem Magen zu entfernen. Das ist nutzlos und kostet wertvolle Zeit.

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