Stiko neigt gegen die allgemeine Koronaimpfempfehlung für Kinder ⋆ Nürnberger Blatt

Impfung – Bild: KlavdiyaV über Twenty20

In der Diskussion über die mögliche Impfung von Kindern und Jugendlichen gegen das Coronavirus verzichtet die Ständige Impfkommission (Stiko) laut einem Bericht tendenziell auf eine allgemeine Impfempfehlung. Stattdessen werde es wahrscheinlich nur eine Impfempfehlung für Zwölf- bis 15-Jährige mit bestimmten chronischen Krankheiten geben, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben) unter Berufung auf “informierte Kreise”.

Der Grund für diesen Ansatz sei unter anderem eine unbefriedigende Datensituation, um die Folgen einer Koronakrankheit für diese Altersgruppe und mögliche Risiken einer Impfung abwägen zu können, so die Zeitungen weiter. Der Vizepräsident der SPD-Fraktion, Bärbel Bas, sagte gegenüber den Zeitungen: “Ich gehe davon aus, dass die Stiko eine Liste von Krankheiten erstellen wird, für die sie eine Impfung für Kinder empfiehlt.”

Bas sagte, Kinder mit diesen Krankheiten müssten zuerst geimpft werden. “Dies muss jetzt trotz der Aufhebung der Priorisierung sichergestellt werden.” Gleichzeitig machte Bas klar, dass eine Impfung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Zulassung auch ohne eine allgemeine Empfehlung von Stiko möglich sein würde.

Schuleröffnungen sollten nicht davon abhängig gemacht werden, ob Kinder geimpft sind, fügte Bas hinzu. “Es ging immer darum, die Übertragung an Eltern und insbesondere Großeltern zu verhindern.” Wenn alle Erwachsenen nach den Sommerferien ein Impfangebot erhalten hätten, würde dieser Grund für die Schulschließung nicht mehr gelten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) hatten sich kürzlich für eine rasche Impfung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt, um ihnen die Rückkehr in den regulären Unterricht zu ermöglichen. In „Bild am Sonntag“ erklärte Spahn, es sei das Ziel der Bundesländer, minderjährigen Schulkindern bis Ende August ein Impfangebot anzubieten.

Keiner der in diesem Land verfügbaren Impfstoffe wurde jedoch bisher für Personen unter 16 Jahren zugelassen. Eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) über die Genehmigung der Biontech / Pfizer-Zubereitung für Personen ab zwölf Jahren könnte bis Ende Mai getroffen werden.

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