Spanien geht erneut gegen Führer der Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara vor ⋆ Nürnberger Blatt

Spanien

Inmitten des Zustroms von Migranten in die spanische Exklave Ceuta hat die spanische Justiz einen Fall von Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den Führer der Widerstandsbewegung Frente Polisario wieder aufgenommen. Der Fall wurde wieder aufgenommen, weil Brahim Ghali derzeit zur Koronabehandlung in Spanien ist, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Justizkreisen. Ghalis Aufenthalt in Spanien hatte aufgrund der Konfliktregion in der Westsahara zu diplomatischen Unruhen mit Marokko geführt.

Ghali, der mit Frente Polisario für die Unabhängigkeit der Westsahara kämpft, wird in Spanien Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich Mord und Folter, vorgeworfen. Die Klage wurde vor Jahren von Dissidenten eingereicht, die vor Ghalis Bewegung geflohen waren.

Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die weitgehend von Marokko kontrolliert wird. Rabat hatte verärgert auf Madrids Entscheidung reagiert, den Führer der Widerstandsbewegung in Spanien medizinisch zu behandeln. Der Polisario-Führer Ghali, der Covid-19 hatte, wurde Mitte April in ein spanisches Krankenhaus eingeliefert.

Experten vermuten, dass der Lauf auf Ceuta mit Rabats Missfallen gegenüber der Madrider Regierung zu tun hat. Innerhalb von zwei Tagen kamen fast 8.000 Menschen in die spanische Exklave, die an Marokko grenzt. Die marokkanischen Sicherheitskräfte haben das Volk offenbar am Montag passieren lassen. Erst am Dienstag verstärkte Marokko die Polizeipräsenz am Grenzübergang Fnideq.

Marokko ist ein wichtiger Verbündeter Spaniens im Kampf gegen die illegale Einwanderung. Die spanische Regierung wies jedoch die Befürchtungen zurück, dass die diplomatische Krise die Zusammenarbeit in der Migrationspolitik beeinträchtigen könnte. Außenminister Arancha González Laya sagte am Montagabend, marokkanische Regierungsbeamte hätten versichert, dass die jüngsten Ereignisse um Ceuta nichts mit Ghalis Aufnahme in Spanien zu tun hätten.

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