Spahn und Karliczek wollen, dass junge Menschen schnell geimpft werden ⋆ Nürnberger Blatt

Impfung – Bild: KlavdiyaV über Twenty20

Aus der Politik sind verschiedene Vorschläge hervorgegangen, wie die Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche gemindert werden können. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) möchten, dass junge Menschen im Sommer geimpft werden, damit sie wieder in den regulären Unterricht zurückkehren können. Die FDP forderte, dass Eltern bei der Impfung bevorzugt werden. Grüne Politiker schlugen Gutscheine für Freizeitaktivitäten für junge Leute vor.

In „Bild am Sonntag“ erklärte Spahn, es sei das Ziel der Bundesländer, minderjährigen Schulkindern bis Ende August ein Impfangebot anzubieten. “Da aufgrund der Zulassung nur ein bestimmter Impfstoff zugelassen werden kann, müssen genügend Biontech-Dosen dafür reserviert werden”, sagte er. Die Impfung ist ein Weg zum regulären Unterricht nach den Sommerferien. Spahn plädierte auch dafür, eine Inzidenz von weniger als 20 für einen „unbeschwerten Sommer“ anzustreben.

Bildungsminister Karliczek forderte, dass sich der Impfgipfel von Bund und Ländern nächste Woche mit Impfungen für junge Menschen befassen sollte. “Es wäre wünschenswert, wenn es in Kürze in allen Bundesländern einen Impfplan für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geben könnte”, sagte sie am Dienstag gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie wollte, dass der Schulbetrieb „relativ normal“ wieder aufgenommen wird, insbesondere nach den Sommerferien. Karliczek forderte, dass allen Lehrern bis dahin eine “wirklich landesweite” Impfung angeboten werden sollte.

Den Zeitungen zufolge fordert die FDP-Fraktion außerdem, dass Kinder und Jugendliche so schnell wie möglich geimpft werden. “Wir brauchen ein praktikables Konzept, das Impfungen vor Ort in Schulen anbietet und vor allem Kinderärzte von Anfang an einbezieht”, sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Katrin Helling-Plahr von den Funke-Zeitungen.

Der familienpolitische Sprecher der FDP, Grigorios Aggelidis, schlug ebenfalls vor, Eltern und älteren Geschwistern nach Aufhebung der Impfpriorität eine Vorzugsbehandlung zu gewähren. Um die Kinder herum kann eine „Schutzmauer“ errichtet werden, bis sie auch geimpft werden können.

Der Verband der Städte und Gemeinden forderte einen verbesserten Schutz vor Infektionen in Schulen. “Nachdem die Schulkinder ein schwieriges Jahr der Pandemie hinter sich haben, muss jetzt alles getan werden, um zu verhindern, dass wir im Herbst wieder in eine Schulsperre geraten”, sagte Generaldirektor Gerd Landsberg gegenüber den Zeitungen von Funke. Es ist noch nicht klar, wann jüngere Kinder geimpft werden können. Die Sommerferien sollten genutzt werden, um den Infektionsschutz in Schulen langfristig nachhaltig zu verbessern.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte dagegen auch in den Funke-Zeitungen vor einer zu negativen Einschätzung der Situation der Schulen in der Pandemie. “Wir dürfen die Studenten nicht davon überzeugen, dass sie eine verlorene Generation sind”, sagte er. “Die coolsten in diesem Corona-Jahr waren die Schüler – weil einige Lehrer- und Elternverbände nervöser wirkten.” Zum Beispiel glaubt er nicht, dass das Abitur in diesem Jahr schlechter sein wird. Söder kündigte an, dass er spezielle Bildungsprogramme für jüngere Menschen und für junge Menschen aus pädagogisch benachteiligten Familien anbieten möchte, beispielsweise in Form von Sommerschulen.

Die Grünen schlugen vor, armen Familien Urlaubsgutscheine und Kinder Geld für Sportvereine zu geben. “Es muss Angebote für Kinder und Jugendliche geben, das Vermisste nachzuholen, und für Familien, endlich anzuhalten und Luft zu holen”, sagte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt am Dienstag gegenüber den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Göring-Eckardt und die Familienpolitiker Ekin Deligöz und Maria Klein-Schmeink fordern daher auch ein kostenloses Interrail-Ticket für junge Menschen, die während der Pandemie volljährig wurden. Die Bundesregierung sollte außerdem jeder Gemeinde ein spezielles Budget für die Entwicklung von Freizeitaktivitäten für Familien zur Verfügung stellen.

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