Sind mit der Impfstoffproduktion “fast im Zeitplan” ⋆ Nürnberger Blatt

Ugur Sahin – Bild: Stefan Albrecht / Biontech

Ugur Sahin, CEO von Biontech, hat die Kritik an seinem Unternehmen wegen Verzögerungen bei der Impfstoffproduktion zurückgewiesen. “Was die Produktion betrifft, liegen wir fast im Zeitplan”, sagte Sahin am Montagabend in einem Interview mit der ARD “Tagesthemen”. Der Eindruck, dass die Impfstoffproduktion holprig ist, ist “de facto nicht richtig”, sagte Sahin. Die Prozesse, die zum Hochfahren der Produktion erforderlich sind, brauchen Zeit.

Vor zwei Wochen kündigte Biontech an, „vorübergehend weniger zu liefern“, um die Produktionshallen zu erweitern und die Produktionsprozesse anzupassen. “Jetzt können wir deutlich mehr produzieren, als wir Ende letzten Jahres geplant hatten.”

Der heutige Impfgipfel sei wichtig, sagte Sahin, damit jeder „die Komplexität verstehe“. Es gibt keine vollständigen Einzahlungen. “Alles, was wir produzieren, wird sofort geliefert.” Am Montag trafen sich Vertreter der Bundes-, Landes- und Pharmaindustrie zu einer Online-Konferenz. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Gipfeltreffen ihr Versprechen gehalten, jedem Bürger bis Ende des Sommers ein Impfangebot unterbreiten zu können.

Auf die Frage, ob andere Unternehmen den Biontech-Impfstoff auch in Lizenz herstellen könnten, sagte Sahin, dass selbst große, erfahrene Unternehmen „mehrere Monate“ benötigen würden, um die Abfüllanlage einzurichten.

Der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-amerikanischen Partners Pfizer wurde am 21. Dezember erstmals in der EU zugelassen. Mitte Januar mussten die Unternehmen ihre Erstliefermengen vorübergehend reduzieren. Grund waren Renovierungsarbeiten im Pfizer-Werk in Puurs, Belgien. Nach Angaben der EU-Kommission halten Biontech und Pfizer an dem für das erste Quartal versprochenen Gesamtbetrag fest und wollen den Lieferrückstand bis Ende März aufholen.

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