Sechs von zehn Deutschen fanden Corona-Maßnahmen bisher zu locker ⋆ Nürnberger Blatt

Symbolisches Bild: Coronavirus

Eine Mehrheit der deutschen Bürger fand die bisherigen Koronamaßnahmen der Regierung zu lasch. Dies ist die Meinung von sechs von zehn Deutschen (58 Prozent) Anfang letzter Woche in einer Umfrage, wie die Bertelsmann-Stiftung am Montag bekannt gab. Rund jeder Vierte (23 Prozent) war der Ansicht, dass die Maßnahmen laut dem Demokratiemonitor der Stiftung „genau richtig“ seien.

Die Umfrage wurde vor der von Bund und Ländern am Sonntag beschlossenen harten Sperrung erstellt, die ab Mittwoch gilt. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Koronapandemie werden angesichts des weiteren Anstiegs der Infektionszahlen drastisch verschärft.

Laut der Bertelsmann-Umfrage sehen jüngere Menschen die Corona-Politik viel kritischer als ältere Menschen. Während nur einer von fünf Menschen in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen den Umgang der Regierung mit der Koronapandemie als gut für die Demokratie einschätzte, war der Wert für die über 65-Jährigen mit 62 Prozent mehr als dreimal so hoch.

Gleichzeitig bewerten jüngere Menschen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens viel negativer. Auf der anderen Seite beklagen sich viele der jüngeren Menschen viel mehr als die älteren über die pandemiebedingten Einschränkungen der Grundrechte, das Recht auf Demonstration und die Versammlungsfreiheit.

Insgesamt betrachten fast neun von zehn Befragten (86 Prozent) Demokratie als das beste politische System, insbesondere während der Pandemie, und fast zwei Drittel (63 Prozent) sind auch sehr oder etwas zufrieden mit der Funktionsweise der Demokratie. Yougov interviewte vom 12. bis 16. November und vom 8. bis 9. Dezember mehr als 2.000 Menschen.

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