Sechs Monate Haft gegen Sarkozy gefordert ⋆ Nürnberger Blatt

Nicolas Sarkozy – Bild: Weltwirtschaftsforum, CC BY-SA 2.0, über Wikimedia Commons

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy soll wegen illegaler Wahlkampffinanzierung zu sechs Monaten Haft verurteilt werden: Die Pariser Staatsanwaltschaft forderte am Donnerstag ein Jahr Gefängnis, davon sechs Monate auf Bewährung, sowie eine Geldstrafe von 3750 Euro. Sarkozy hatte die Vorwürfe als “Märchen” bezeichnet.

“Nicolas Sarkozy bereut eindeutig nichts”, erklärte Staatsanwältin Vanessa Perrée in ihrem Plädoyer. Der Ex-Präsident sieht sich offenbar nicht als Bürger, der sich wie alle anderen dem Gesetz verantworten muss.

Sarkozy war von 2007 bis 2012 Präsident Frankreichs. Mehr als 40 Millionen Euro gab er in seinem letztlich erfolglosen Präsidentschaftswahlkampf gegen den Sozialisten François Hollande 2012 nach Angaben der Staatsanwaltschaft für dessen Wiederwahl aus. Das war fast doppelt so viel wie erlaubt.

Neben dem konservativen Politiker stehen 13 weitere Angeklagte vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft forderte für sie Bewährungsstrafen. Sie sollen dazu beigetragen haben, die massiv überhöhten Wahlkampfkosten durch ein System gefälschter Rechnungen zu verschleiern.

Am 1. März wurde Sarkozy in einem Korruptionsverfahren zu drei Jahren Haft verurteilt, von denen zwei zur Bewährung ausgesetzt wurden. Da er Berufung eingelegt hat, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

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