Schulze warnt vor Wasserknappheit in Deutschland ⋆ Nürnberger Blatt

Glas mit Leitungswasser – Bild: Terralyx via Twenty20

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) warnt vor Wasserknappheit in Deutschland. „Für die Zukunft ist es nicht selbstverständlich, dass überall Wasser im Überfluss vorhanden ist“, sagte Schulze der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR, Dienstagsausgaben). Ein stärkeres Gleichgewicht zwischen ariden und wasserreichen Regionen ist notwendig. “Bei Wasser gibt es kein Problem der Menge, sondern der Verteilung”, sagte der Minister.

Bei einer Knappheit könnte es künftig eine Priorisierung des Wasserzugangs geben: “Für diese Notfälle wird man über Nutzungshierarchien und Interessenausgleich sprechen müssen.” Der persönliche Trinkwasserbedarf genießt Vorrang. “Auch eine Priorität für wesentliche wirtschaftliche und landwirtschaftliche Nutzungen sowie ökologische Bedürfnisse ist denkbar”, ergänzte der Minister.

Schulze will Anreize schaffen, damit große Wassermengen außerhalb des Spitzenverbrauchs verbraucht werden. “Pools werden am besten nachts gefüllt, nicht tagsüber”, sagte sie. „Smarte Wassertarife“ könnten eine Lösung sein, um flexibler auf den jeweiligen Bedarf zu reagieren.

In der „Nationalen Wasserstrategie“ Ihres Ministeriums, die am Dienstag vorgelegt werden soll, plädiert Schulze für einen massiven Ausbau der Wasserinfrastruktur. Dem Plan zufolge sollen Kommunen und Wasserversorger überregional enger zusammenarbeiten und sich in Regionalverbänden zusammenschließen. „Geraten einzelne Regionen in Schwierigkeiten, können neue oder größere Fernwasserleitungen eine Lösung sein“, so Schulze. Denkbar sind auch neue Wasserspeicher wie Staudämme, sofern sie „ökologisch verträglich“ sind.

Die Kosten beziffert Schulze nach Angaben der Wasserwirtschaft auf mehr als drei Milliarden Euro pro Jahr. Zuständig sind künftig auch die Länder und der Bund. “Ein Großteil davon wird auch in Zukunft von Wasserversorgern und Kommunen getragen.”

Beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU) stoßen die Pläne wegen der hohen Kosten auf Skepsis. „Der Erhalt und Austausch der bestehenden Leitungen ist eine Mammutaufgabe“, sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht vom NBR. Auch der VKU betont, dass die Wasserversorgung eine kommunale Aufgabe ist. „Welche Lösungen vor Ort benötigt werden, kann nur vor Ort beurteilt werden“, so Specht.

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