Reul lobt neue Statistiken zu antisemitischen Tätern

(Symbolfoto: pixa)

Düsseldorf – Antisemitische Straftaten sollen künftig genauer den Tätergruppen zugeordnet werden. Darauf hat sich die Innenministerkonferenz am Freitag geeinigt.

“Ein gezielter Kampf erfordert eine bundesweit einheitliche, genauere Erfassung und Zuordnung der Motivationslage”, heißt es in dem Beschluss, der der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vorliegt. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die Initiative ergriffen.

„Ich freue mich über die heutige Einigung, denn es ist absolut klar, dass wir im Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland mehr tun müssen. Wichtige Voraussetzungen dafür sind genaue Daten und eine ehrliche Analyse“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). WAZ.

Bisher wurden antisemitische Straftaten in der Kriminalstatistik als „Rechtsphänomen“ erfasst. Zukünftig soll eine Unterteilung nach Tatverdächtigen aus der rechtsextremen, linksextremen oder islamistischen Szene vorgenommen werden.

Die Spezifikation ist eine Folge der antisemitischen Märsche im Mai, unter anderem vor der Synagoge in Gelsenkirchen. Im Zusammenhang mit der Eskalation des Nahostkonflikts traten insbesondere junge Männer mit Migrationshintergrund und Judenhass auf. Zu den antisemitischen Vorfällen in Deutschland wollen die Innenminister künftig ein „besonderes Lagebild“ erstellen lassen.

„Mit einem speziellen Lagebild gewinnen wir neue Erkenntnisse über die jeweilige Motivation der Täter. Und in der Statistik kommen wir zu mehr Ehrlichkeit, wenn es um die Frage geht, ob es sich um einen rechten, linken oder eingewanderten Antisemitismus handelt“, lobte Reul die Entscheidung.

Auch interessant

– Selahattin Ülkümen –
Geschichte: Wie die Türkei Juden aus Nazi-Deutschland rettete

Laut dem US-Historiker Stanford Shaw rettete die Türkei während des Zweiten Weltkriegs mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben, indem sie Einreise- und Transitvisa ausstellte und unerlaubte Durchreise duldete.

Laut dem US-Historiker Stanford Shaw rettete die Türkei während des Zweiten Weltkriegs mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben, indem sie Einreise- und Transitvisa ausstellte und unerlaubte Durchreise duldete.

Leave a Comment