Renten müssen wieder steigen wie Löhne

(Symbolfoto: pixabay)

Osnabrück – Eine Woche vor der Bundestagswahl wächst der Druck auf die Politik, sich für bessere gesetzliche Renten einzusetzen und Rentenanpassungen auf eine neue Grundlage zu stellen. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ): “Die Renten müssen wie die Löhne wieder steigen, ohne dämpfende Faktoren und ohne statistische Taschenspielertricks.” Das Rentenniveau muss dauerhaft über 48 Prozent stabil bleiben. Rentner dürfen nicht vom Wohlstand entkoppelt werden. Das fordert der DGB am Montag bei einem bundesweiten Aktionstag an Bahnhöfen und auf Pendlerparkplätzen.

Einer der dämpfenden Faktoren bei der Rentenberechnung ist der Nachhaltigkeitsfaktor, mit dem sich die Rentner an den Kosten der alternden Gesellschaft beteiligen. Das heißt, wenn die Zahl der Rentner im Verhältnis zur Zahl der Arbeitnehmer, die in die Pensionskasse einzahlen, steigt, steigen die Renten etwas langsamer als die Löhne.

Piel drängte auch im kommenden Jahr auf eine “richtige Rentenerhöhung”. Das ist mehr als angemessen, zumal es in diesem Jahr im Westen überhaupt keinen Anstieg gab. “Von einer Bevorzugung der Rentner kann keine Rede sein, auch wenn sich einige wieder im Märchenerzählen versuchen werden.”

Piel wandte sich auch scharf gegen „die ewige Geschichte vom notwendigen höheren Renteneintrittsalter und Arbeiten bis zum Umfallen“. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller hart arbeitenden Menschen. Beschäftigte in Pflege, Bau oder Fabrik arbeiten oft erst mit 60 oder 65, geschweige denn mit 67 oder 70 nicht gesund. Laut Statistischem Bundesamt wäre jeder zehnte Mann, der im Jahr 2000 geboren wurde, und jede 16. Frau nicht mehr 65 Jahre alt . Piel: “Ein höheres Rentenalter ist daher nur eine weitere Rentenkürzung.”

Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch forderte eine “große Rentenreform”. Der “NOZ” sagte er, die “Rentengarantie” des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz reiche nicht. Das ist die faktische Fortsetzung der Rentenfehler der Agenda 2010. Für Millionen Arbeitnehmer ist diese “Rentengarantie” eine “Abstiegsgarantie in die Altersarmut”. Bartsch fügte hinzu, eine Regierung mit der Linken würde das Rentenniveau anheben und 53 Prozent – wie zu Zeiten von Helmut Kohl – als Ziel behalten.

Auch interessant

– Bundestagswahlen –
Team Todenhöfer erreichte in Umfragen bereits 9 Prozent

Die erst im November vergangenen Jahres gegründete Partei des ehemaligen CDU-Abgeordneten Jürgen Todenhöfer erreicht in repräsentativen Umfragen bereits knapp neun Prozent. Todenhöfer saß von 1972 bis 1990 für die CDU im Deutschen Bundestag.

Team Todenhöfer erreichte in Umfragen bereits 9 Prozent

Leave a Comment