Pro-Asyl befürchtet Racheakte gegen afghanische Streitkräfte in der Bundeswehr ⋆ Nürnberger Blatt

bewaffnete Kräfte

Nach dem Abzug der internationalen Truppen befürchtete die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl Racheakte der Taliban gegen die 300 afghanischen Bundeswehrangestellten. „Die betroffenen lokalen Arbeitnehmer müssten aus dem Land gebracht werden. Die Taliban drohen mit Rache “, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben).

“Wir haben eine Sorgfaltspflicht für Menschen, die für die Bundeswehr und die NATO gearbeitet haben”, sagte Burkhardt. Die Sicherheitslage im Hindukusch wird sich mit dem Abzug internationaler Truppen dramatisch verschlechtern. “Afghanistan wird ein Taliban-Land.”

Außenminister Heiko Maas (SPD) teilte den Zeitungen der Mediengruppe mit, dass Deutschland auch nach dem Abzug der Bundeswehr einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung Afghanistans leisten werde. “Die Militäroperation war immer nur ein Element unseres Engagements”, sagte Maas. “Wir werden unsere zivile Unterstützung im Land auch in Zukunft fortsetzen.” Es liegt im europäischen Interesse, gute und sichere Perspektiven für die Afghanen zu schaffen.

Zur Unterstützung der Friedensverhandlungen in Afghanistan werde Deutschland “seine diplomatischen Bemühungen noch weiter intensivieren”, sagte Maas. Diese Gespräche sind ein schwieriger Prozess. “Aber es ist der vielversprechendste Weg zu einer nachhaltigen und stabilen Lösung.”

Die USA und ihre NATO-Partner wollen Anfang Mai mit dem Abzug der Truppen aus Afghanistan beginnen und die seit 20 Jahren andauernde Militäroperation im Hindukusch beenden. Der 4. Juli wird derzeit als Datum für den vollständigen Rückzug diskutiert. Insgesamt sind derzeit rund 9.600 NATO-Soldaten aus 36 Bündnisländern in Afghanistan stationiert, darunter 1.100 Bundeswehrsoldaten.

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