Pflegekraft Westerfellhaus warnt vor rascher Lockerung der Maskenpflicht in Pflegeheimen ⋆ Nürnberger Blatt

Altenpflege

In der Debatte um ein Ende der Maskenpflicht warnt der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, vor einer vorschnellen Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen. “Wenn wir jetzt die Bremsen ganz loslassen, kann es sein, dass wir wieder in Richtung Normalität von der Straße abkommen”, sagte Westerfellhaus den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben).

Westerfellhaus sagte, dass nicht alle Pflegekräfte, Bewohner und Besucher geimpft seien. Lockerungen in Pflegeeinrichtungen wie die Aufhebung der Maskenpflicht müssten demnach „mit Augenmaß erfolgen“. Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um eine weitreichende Aufhebung der Corona-Auflagen erklärte er, dass trotz sinkender Fallzahlen „der besonderen Situation in Pflegeeinrichtungen weiterhin unsere volle Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte“.

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte weitere Vorsichtsmaßnahmen, forderte aber gleichzeitig auch bessere Bedingungen für Pflegebedürftige in den Einrichtungen. “Es ist klar, dass Infektionsschutz und Freiheitsrechte der Heimbewohner im Einklang stehen müssen”, sagte Brysch den Funke-Zeitungen. Besuche, Treffen und Partys für komplett Geimpfte oder Getestete sollen „unbedingt möglich“ sein. Um den Schutz der Hochrisikogruppe weiterhin zu gewährleisten, bleibe eine Testpflicht für ungeimpfte Mitarbeiter und Besucher unabdingbar, sagte Brysch.

Der Vizepräsident des Deutschen Berufsverbandes der Pflegeberufe, Stefan Werner, sagte, dass trotz rückläufiger Inzidenz in den Pflegeeinrichtungen eine Rückkehr zur Normalität noch nicht möglich sei. Die Einrichtungen stellten jedoch sicher, dass die Isolation der Betreuten „soweit wie möglich“ vermieden wurde und beispielsweise in den meisten Einrichtungen wieder gemeinsam gegessen werden konnte.

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