Pentagon will Pläne für die Sicherheit afghanischer Helfer ausarbeiten ⋆ Nürnberger Blatt

Pentagon – Bild: RexTremendous via Twenty20

Die US-Regierung will ihre Arbeit intensivieren, um die Sicherheit Tausender afghanischer Helfer vor dem Abzug internationaler Truppen zu gewährleisten. “Wir sehen, dass eine bedeutende Anzahl von Afghanen die USA und die Koalition unterstützt hat und dass sie möglicherweise in Gefahr sind”, sagte US-Stabschef Mark Milley in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. Eine “sehr wichtige Aufgabe” besteht nun darin, “dass wir ihnen treu bleiben und das Notwendige tun, um ihren Schutz zu gewährleisten”.

Wenn nötig, müssten sie außer Landes gebracht werden, “wenn sie das wollen”, sagte Milley. Nach Angaben des US-Generals ist das Außenministerium für den Umzug der ehemaligen Übersetzer und anderer Hilfskräfte verantwortlich. Vergeltungsmaßnahmen der radikalen islamischen Taliban werden befürchtet.

Im Rahmen eines vor mehr als einem Jahrzehnt gestarteten Programms haben die USA 26.500 Einwanderungsvisa genehmigt, darunter Visa für afghanische Dolmetscher und Facharbeiter. Bisher wurden jedoch nur 16.000 Visa ausgestellt, 18.000 Anträge wurden noch nicht bearbeitet. US-Abgeordnete hatten kürzlich gewarnt, dass die Verarbeitung bis zu zwei Jahre dauern könne. US-Medienberichten zufolge könnten einige der Hilfskräfte bis zum Abschluss der Verfahren in Drittländer oder in den US-Vorort Guam reisen.

US-Präsident Joe Biden hat spätestens am 11. September einen vollständigen Abzug der Truppen aus Afghanistan angekündigt. Der Abzug der NATO-Truppen dauert seit Ende April an. Laut US-Verteidigungsminister Lloyd Austin liegen die USA mit dem Rückzug etwas vor dem Zeitplan. Die Taliban haben kürzlich ihre Angriffe auf die afghanischen Sicherheitskräfte verstärkt.

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