Patientenschutz warnt vor hastigen Koronaimpfungen in Privathaushalten ⋆ Nürnberger Blatt

Impfung – Bild: Rohane via Twenty20

Die Patientenschutzstiftung warnt vor schlecht vorbereiteten Koronaimpfungen in Pflegeheimen. “Man kann nicht einfach in ein Pflegeheim gehen und dort alle Bewohner impfen”, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwochsausgaben). Die Impfung von Demenzkranken ohne Zustimmung eines Betreuers oder eines Bevollmächtigten ist nicht gestattet. “Aus rechtlicher Sicht wäre das einfach Körperverletzung”, sagte Brysch.

Nach Angaben der Patientenschutzbehörde leiden in Deutschland 1,6 Millionen pflegebedürftige Menschen an Demenz und können daher ihre Einwilligung nicht erteilen. 600.000 von ihnen lebten in Pflegeheimen, zwei Drittel aller Einwohner.

Bevor ein Vorgesetzter oder ein Bevollmächtigter der Impfung einer Person mit Demenz zustimmt, muss ein Arzt konsultiert werden, erklärte Brysch. Die Ärzte müssten sich die Krankengeschichte, den Immunstatus und Allergien ansehen.

In der Zwischenzeit haben Pflegeheime zusammen mit den Gesundheitsbehörden pauschale Einverständniserklärungen von ihren Bewohnern erhalten, sagte der Vorsitzende der Stiftung. “Es gibt Zweifel, ob die strengen Anforderungen an individuelle medizinische Informationen immer erfüllt wurden.” Es wäre „tödlich“ für die Impfkampagne, wenn sich im Konfliktfall herausstellen würde, „dass die gebotene Sorgfalt vernachlässigt wurde“, warnte Brysch.

Die Impfungen gegen das Corona-Virus sollten gleich nach Weihnachten in Deutschland beginnen. Zunächst sollten Personen ab 80 Jahren sowie Bewohner und Angestellte von Pflegeheimen geimpft werden.

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