Palästinenser lehnen Corona-Impfstofflieferung aus Israel ab ⋆ Nürnberger Blatt

Impfung

Die palästinensischen Behörden haben eine Corona-Impfstofflieferung aus Israel verweigert, weil das Verfallsdatum der rund eine Million Impfstoffdosen abläuft. “Die Regierung lehnt die Annahme von auslaufenden Impfstoffen ab”, sagte Ministerpräsident Mohammed Shtajjeh in einer am Freitag von der offiziellen Nachrichtenagentur Wafa verteilten Erklärung. Shtajjeh wies den Gesundheitsminister der Autonomen Behörde an, das entsprechende Abkommen mit Israel zu kündigen.

Die israelische Regierung von Premierminister Naftali Bennett gab am Freitag die Unterzeichnung des Abkommens bekannt. Sie wies bereits in ihrer Ankündigung darauf hin, dass die Impfdosen des Corona-Impfstoffs, die den Palästinensern zur Verfügung gestellt werden sollen, bald das Verfallsdatum erreicht haben werden.

Der palästinensische Regierungssprecher Ibrahim Melhem sagte jedoch, dass eine von Experten des Gesundheitsministeriums geprüfte Erstlieferung des Impfstoffs nicht den Vertragsbedingungen entspreche. Das genaue Datum der Konstitution des Impfstoffs nannte er nicht. „Juni 2021“ war auf Fotos von Pfizer-Impfstoffdosen zu sehen, die in Online-Netzwerken geteilt wurden.

Israels Bedarf an Impfstoffen wird derzeit gedeckt. So entstand die Idee, die auslaufenden Impfstoffdosen von Biontech und Pfizer den Palästinensern zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug würde Israel im September oder Oktober die gleiche Menge an Impfstoffdosen erhalten, die Pfizer damals ursprünglich in die palästinensischen Gebiete liefern sollte.

Rund 55 Prozent der Bevölkerung in Israel sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft, das entspricht rund 5,1 Millionen Menschen. Auf palästinensischer Seite erhielten nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur 260.713 Menschen im Westjordanland und im Gazastreifen ihre zwei Dosen.

In den beiden palästinensischen Gebieten wurden von Mittwoch bis Donnerstag 170 neue Fälle gemeldet, was einer Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie von mehr als 312.000 entspricht. Das palästinensische Gesundheitsministerium hat bisher insgesamt rund 3.540 Todesfälle verzeichnet.

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