Nordkorea startet neue ballistische Rakete ⋆ Nürnberger Blatt

Flagge von Nordkorea – Bild: Mehaniq über Twenty20

Eine neue ballistische Rakete wurde bei einer Militärparade in Nordkorea demonstriert. Wie nordkoreanische Staatsmedien am Freitag berichteten, kann die in Anwesenheit des Herrschers Kim Jong Un ausgestellte Rakete von U-Booten abgefeuert werden. Die Parade in Pjöngjang fand anlässlich des regierenden Labour Party Kongresses statt, auf dem Kim eine Erweiterung des nordkoreanischen Atomarsenals ankündigte und die USA als den „größten Feind“ des Landes bezeichnete.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete die neue Rakete als die “mächtigste Waffe der Welt”. Mit ihrer “Macht” wurde die Macht der nordkoreanischen Streitkräfte demonstriert. Die Rakete kann “Feinde präventiv außerhalb des Territoriums vernichten”. Diese Wortwahl deutet darauf hin, dass sich die Reichweite der Rakete möglicherweise über die koreanische Halbinsel und zumindest bis nach Japan erstrecken könnte.

Der Start der Rakete kann als Zeichen der Stärke in Richtung des neuen US-Präsidenten Joe Biden interpretiert werden, der am Mittwoch eingeweiht wird. Die USA haben 28.500 in Südkorea stationierte Soldaten und eine bedeutende militärische Präsenz in Japan.

Experten zufolge könnte Kim versuchen, mit seinen Signalen der Konfliktbereitschaft Zugeständnisse von Biden zu erhalten. Die nordkoreanische Wirtschaft leidet aufgrund des Atom- und Raketenprogramms stark unter den internationalen Sanktionen gegen das Land. Die wirtschaftlichen Probleme werden durch die Zwangsvollstreckungsmaßnahmen verschärft, die sich das Land während der Koronapandemie auferlegt hat.

In den letzten Jahren hatte sich Kim auf eine Annäherung an US-Präsident Donald Trump verlassen, um die Sanktionen aufzuheben. Beide Führer trafen sich dreimal persönlich. Der letzte Gipfel zwischen Trump und Kim in Hanoi im Februar 2019 schlug jedoch fehl.

Seitdem wurden die Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang über den Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms unterbrochen. Auch die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verschärften sich erneut.

Der nordkoreanische Herrscher hatte Biden in der Vergangenheit scharf angegriffen. Kim nannte den ehemaligen US-Vizepräsidenten unter anderem einen “verrückten Hund”. Biden wiederum bezeichnete Kim während der US-Präsidentschaftskampagne als “Verbrecher”.

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