Nach zwölf Jahren fehlerhafter Behandlung als Deutscher gilt die Staatsangehörigkeit als erworben ⋆ Nürnberger Blatt

Die Justitia – ein Symbol für Rechtsstaatlichkeit

Der Sohn und die Enkelin eines Mannes aus Brasilien, der von den deutschen Behörden zwölf Jahre lang fälschlicherweise als Deutscher behandelt wurde, sind Deutsche. Dies entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Dienstag im Fall von Nachkommen eines 1853 nach Brasilien ausgewanderten Sachsen. Das deutsche Generalkonsulat hatte dem Sohn des Klägers und seinem Vater vorübergehend deutsche Pässe ausgestellt, unter der Annahme, dass es sich um Deutsche handelte sich wegen ihrer Vorfahren. (Ref. 1 C 28,20)

Erst später stellte das Bundesverwaltungsamt für den Kläger und seine Tochter fest, dass dies nicht der Fall war, weil der ursprünglich ausgewanderte Ururgroßvater sich nicht regelmäßig in das Register eines Reichskonsulats eingetragen hatte. Andererseits ging der Mann vor Gericht. Das Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigte die Klage.

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Urteil nun bestätigt. Der Vater des Klägers erwarb rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt im Jahr 1947 die deutsche Staatsbürgerschaft, da er zwölf Jahre lang als Deutscher behandelt worden war. Der Fehler der Behörden war ihm nicht zuzuschreiben. Dieser rückwirkende Erwerb der Staatsangehörigkeit erstreckt sich auch auf seine Nachkommen, dh seinen Sohn und seine Enkelin.

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