Nach Renault auch Ermittlungsverfahren gegen Peugeot im Dieselskandal ⋆ Nürnberger Blatt

Neuwagen – Bild: Boytaro1428 via Twenty20

Nach Volkswagen und Renault wurde auch gegen den französischen Autobauer Peugeot im Diesel-Emissionsskandal ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Betrugs eingeleitet. Dabei geht es nach Angaben des Unternehmens am Mittwoch um “angebliche Täuschungshandlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Euro-5-Dieselfahrzeugen in Frankreich zwischen 2009 und 2015”. Aus französischen Justizkreisen hieß es, Peugeot sei “Täuschung, die zu einer Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier führt” vorgeworfen worden.

Peugeot gehört zur Stellantis-Gruppe, zu der auch die Hersteller Citroën und Fiat gehören. Für diese beiden Tochtergesellschaften sind nach Angaben des Konzerns bereits Anhörungen vor französischen Ermittlungsrichtern im Zusammenhang mit dem Dieselskandal geplant.

Peugeot muss laut Stellantis eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Euro und eine Bankbürgschaft in Höhe von 30 Millionen Euro hinterlegen, falls Schadensersatzansprüche entstehen sollten.

Das Unternehmen “prüft derzeit die Angemessenheit dieser Maßnahme und ob sie angefochten werden soll”, teilte der Konzern mit. “Unsere Tochtergesellschaften sind fest davon überzeugt, dass ihre Abgasreinigungssysteme heute erfüllt sind und noch immer erfüllen, und sie freuen sich auf die Gelegenheit, dies zu beweisen.”

Die Diesel-Affäre begann 2015, als der deutsche Autobauer VW nach US-Untersuchungen zugab, in Millionen von Fahrzeugen Cheat-Software eingesetzt zu haben. Dadurch wurde sichergestellt, dass die Schadstoffemissionen bei Tests durch die Behörden geringer waren als später auf der Straße. In Deutschland sind der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn und weitere ehemalige oder aktuelle hochrangige Mitarbeiter angeklagt oder stehen aus diesem Grund vor Gericht.

Auch gegen Renault wurde diese Woche ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das Unternehmen bestritt auch jegliches Fehlverhalten.

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