Nach dem Tod des Hauptmieters und der Räumung muss der Untermieter die Gesamtmiete ⋆ Nürnberger Blatt erstatten

Symbolisches Bild: Justizia

Wenn ein Untermieter seinen Teil der Wohnung nach dem Tod des Hauptmieters nicht verlässt, kann der Eigentümer eine Entschädigung in Höhe der verlorenen Miete für die gesamte Wohnung verlangen. Es ist davon auszugehen, dass der Vermieter die Wohnung in der Regel nur als Einheit untervermieten kann, der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat sein Urteil vom 11. Dezember am Donnerstag begründet. (Az. V ZR 26/20)

Es handelte sich um ein sieben Quadratmeter großes Zimmer, das der Angeklagte vom Hauptmieter einer 107 Quadratmeter großen Wohnung untervermietet hatte. Als der Hauptmieter Ende 2014 verstarb, bat der Vermieter den Untermieter, innerhalb eines bestimmten Zeitraums auszuziehen. Da er die Wohnung nicht freigegeben hatte, verklagte er ihn erfolgreich wegen Räumung. Eine Räumungsfrist wurde bis Ende September 2016 gewährt. Im Oktober 2017 wurde der Untermieter vertrieben.

Die Erbin des inzwischen verstorbenen Vermieters verklagte den Untermieter nach seinem Auszug auf Schadensersatz in Höhe von 2170 Euro. Das entspricht der möglichen Miete für die gesamte Wohnung zwischen März und September 2016 – mindestens 310 Euro pro Monat. Sie war erfolgreich am Bezirksgericht Berlin-Schöneberg und am Landgericht Berlin.

Die BGH lehnte nun die Berufung des Untermieters ab. Dem Gericht zufolge ist es akzeptabel, dass er den Evakuierungsschutz nur „zum Preis einer Entschädigung für die Nutzung der gesamten Wohnung“ in Anspruch nehmen kann. Es wäre für den Vermieter unangemessen, nur eine Entschädigung in Höhe der Miete für ein Zimmer zu erhalten.

Jetzt bewerben!

FLASH TV – Immer gut informiert!

Leave a Comment