Montgomery geht davon aus, dass die harte Sperre über den 10. Januar hinaus verlängert wird ⋆ Nürnberger Blatt

Frank Ulrich Montgomery – Bild: Kasa Fue, CC BY-SA 4.0über Wikimedia Commons

Der Präsident der Weltmedizin, Frank Ulrich Montgomery, erwartet, dass die seit Mittwoch geltende harte Koronasperre in Deutschland über den 10. Januar hinaus verlängert wird. Modellberechnungen zeigten, dass die harte Sperrung die Zahl von neun Infektionen frühestens ab Ende Januar landesweit auf den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen senken würde, sagte Montgomery der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Die Bürger sollten daher auf die Fortsetzung der strengen Regeln vorbereitet sein.

Montgomery erwartet auch, dass es in Deutschland bis Ostern verschiedene Sperrmaßnahmen geben wird. “Selbst wenn die Impfungen früher als erwartet beginnen, wird der Effekt die Situation nur allmählich verbessern”, sagte er.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gab am Dienstag bekannt, dass sie am 21. Dezember – acht Tage vor dem zuvor festgelegten Termin – über die Zulassung des Impfstoffs durch das Mainzer Unternehmen Biontech und die US-amerikanische Gruppe Pfizer entscheiden werde. Dies bedeutet, dass die ersten Impfungen in diesem Jahr in der EU beginnen könnten.

Im neuen Jahr sollten Politiker “nichts beschleunigen”, wenn sie die Koronamaßnahmen lockern, warnte Montgomery. Nach der harten Sperrung sollte das Land nur “langsam wieder auftauen”. Wenn dieser Prozess zu schnell verläuft, besteht ein hohes Risiko, dass das Land bald in eine noch größere Pandemiewelle gerät.

Mit jeder neuen Welle breitet sich das Virus stärker in der Bevölkerung aus und muss dann mit immer härteren Maßnahmen bekämpft werden, erklärte der medizinische Weltpräsident. „Wir müssen während der Sperrphasen einen Jojo-Effekt vermeiden“, betonte er.

Die harte Sperre ist auf den 10. Januar begrenzt. Voraussichtlich am 5. Januar wollen Bund und Länder diskutieren, ob die strengen Beschränkungen verlängert werden können.

Im Rahmen der am Mittwoch in Kraft getretenen harten Sperrung müssen viele Geschäfte geschlossen bleiben und nur alltägliche Waren können verkauft werden. Die Schulen schließen, Kindertagesstätten sollten nur Notfalleinsätze haben. Im öffentlichen Raum gilt ein striktes Alkoholverbot. Die Arbeitgeber sind aufgefordert, Betriebsferien zu erklären oder das Home Office zu ermöglichen, damit die Menschen im ganzen Land in der Regel zu Hause bleiben können.

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