Mindestlohn für Schlachthofmitarbeiter steigt schrittweise auf 12,30 Euro ⋆ Nürnberger Blatt

Symbolbild: Schlachthof

Die rund 160.000 Beschäftigten in Schlachthöfen und fleischverarbeitenden Betrieben erhalten künftig einen schrittweise ansteigenden Mindestlohn. Die neue Lohnuntergrenze beginnt bei 10,80 Euro pro Stunde, wie die Gewerkschaft der Genuss-Gastronomie (NGG) und der Verband der Ernährungswirtschaft (VdEW) am Dienstag mitteilten. Ab 1. Januar 2022 sollen es dann 11,00 Euro sein, ab Dezember des kommenden Jahres 11,50 Euro und ab Dezember 2023 schließlich 12,30 Euro pro Stunde.

Die NGG hatte bereits am Donnerstagabend eine Einigung zum Tarifstreit angekündigt, Details wurden jedoch noch nicht veröffentlicht. Die erste Stufe von 10,80 Euro soll laut VdEW nun mit Inkrafttreten der Allgemeinverbindlichkeit ab dem 1. August in Kraft treten.

Der stellvertretende NGG-Vorsitzende Freddy Adjan erklärte, Zehntausende Menschen würden vom neuen Branchenmindestlohn profitieren und würden „merklich mehr Geld für ihre Knochenjobs“ bekommen. Nach dem von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) initiierten Verbot von Arbeitsverträgen mit dem Arbeitsschutzkontrollgesetz ist der neue Branchenmindestlohn “ein zweiter sehr wichtiger Baustein für ordentliche Bedingungen in der Fleischwirtschaft”.

Der VdEW betonte, dass viele Unternehmen in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren mit einer 30-prozentigen Erhöhung gegenüber dem derzeit geltenden gesetzlichen Mindestlohn rechnen müssen. Das bedeute, dass von vielen Unternehmen der Fleischbranche „viel zu tun“ erwartet werde.

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