Millionen Dollar für den Insiderhandel mit Gerry Weber-Aktien

(Symbolfoto: pixa)

Bielefeld – Vier Männer aus der Region Braunschweig müssen wegen kriminellen Insiderhandels mit Aktien des Modeunternehmens Gerry Weber (Halle / Westfalen) im Januar 2019 hohe Geldstrafen zahlen. Dies berichtet der in Bielefeld Westfalen Blatt. Die Staatsanwaltschaft war überzeugt, das Wissen über den bevorstehenden Insolvenzantrag unter Selbstverwaltung gewinnbringend genutzt zu haben. Das Strafverfahren ist gegen Zahlung von Geldanforderungen zwischen zwei Millionen und 5000 Euro einzustellen. Andernfalls drohen dem Angeklagten Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

Die Damenmodegruppe aus Hall befand sich damals in schweren finanziellen Turbulenzen. Im Herbst 2018 gab er einen Umstrukturierungsbericht in Auftrag, und im November schoben die Banken ihre Forderungen bis Ende Januar 2019 zurück. Bis dahin sollte ein Finanzierungskonzept eingeführt werden. Die Verhandlungen standen kurz vor dem Scheitern – und diese Informationen wurden offenbar an die vier Männer weitergegeben (69/71/28/28).

Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin untersuchte die spürbaren Preisbewegungen im Vorfeld der obligatorischen Bekanntgabe des Konzerns über den Insolvenzantrag, der am 25. Januar um 12.00 Uhr verteilt wurde. Infolge der Nachrichten war der Aktienkurs abgestürzt. Die Behörden reichten schließlich eine Strafanzeige ein, und die Staatsanwaltschaft von Braunschweig übernahm den Fall. Im August 2019 folgten Hausdurchsuchungen. Der erste Staatsanwalt Christian Wolters erklärt, dass insbesondere Datenträger als Beweismittel beschlagnahmt wurden. Ihre Bewertung untermauerte den Verdacht.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt zwei Verdächtige, zuvor gehaltene Aktien am 24. und 25. Januar 2019 verkauft zu haben, um Preisverluste mit ihrem Insiderwissen zu vermeiden. Insbesondere handelt es sich um einen 69-jährigen Depotinhaber aus Braunschweig und seinen 71-jährigen Bevollmächtigten. Durch den vorzeitigen Verkauf sei ein Verlust von 1,2 Millionen Euro vermieden worden, erklärt Wolters. Zusätzlich zum Abschöpfen dieses Vorteils muss der Kontoinhaber eine Geldstrafe von rund 800.000 Euro zahlen. Der Agent sollte 5000 Euro bezahlen.

Die beiden anderen Männer, jeweils 28 Jahre alt, kauften am 24. und 25. Januar Optionsscheine auf Aktien des Modeunternehmens – und setzten damit auf fallende Preise. Kurze Zeit später verkauften sie die Papiere mit Gewinn. Einer der beiden ist, zusätzlich zum Gewinn von 14.000 Euro weitere 16.000 Euro zu zahlen, der andere den Erlös von 13.000 Euro.

Wenn die vier Angeklagten die von der Staatsanwaltschaft Braunschweig mit Zustimmung des Landgerichts verhängten Strafen bis Ende Mai zahlen, wird das Strafverfahren endgültig eingestellt und die Männer gelten weiterhin als nicht verurteilt. Andernfalls drohen ihnen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Wie Wolters berichtet, sind die ersten Zahlungen des Angeklagten bereits eingegangen. Während der Teil des Geldbedarfs, der auf die finanziellen Vorteile des Insiderhandels zurückzuführen ist, in die niedersächsische Staatskasse fließt, kommen die Geldbußen verschiedenen gemeinnützigen Einrichtungen zugute.

Nach dem vor einem Jahr abgeschlossenen Insolvenzverfahren ist der Modekonzern wieder an der Börse. Im November 2019 wurden die bestehenden Aktionäre entschädigungslos ausgeschlossen und drei Finanzinvestoren als neue Eigentümer aufgenommen.

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