Metalltarifvertragsparteien in Ostdeutschland einigen sich in der Arbeitszeitdiskussion auf Lösung ⋆ Nürnberger Blatt

Metallindustrie

Die Tarifparteien Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen haben sich auf einen Tarifvertrag zur Harmonisierung der Arbeitszeit geeinigt. „Es hat sich gezeigt, dass unser Druck in der Tarifrunde deutlich gewirkt hat“, sagte die Verhandlungsführerin der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Birgit Dietze, am Montag. „Die Arbeitgeber haben verstanden, dass sie den Weg für die Arbeitszeitanpassung im Osten ebnen müssen“.

Nun wurde ein Rahmen geschaffen, in dem Unternehmen mit freiwilligen Betriebsvereinbarungen Schritt-für-Schritt-Pläne für eine 35-Stunden-Woche verhandeln können. „Die Arbeitgeber nehmen ihre Verantwortung wahr, gleiche Arbeitsbedingungen in Ost und West zu ermöglichen“, so Dietze weiter. Bisher mussten Arbeitnehmer in der Metallindustrie 38 Stunden pro Woche arbeiten statt 35 wie ihre Kollegen in Westdeutschland.

Laut IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen schafft der Tarifvertrag eine Öffnungsklausel. Künftig könnten die Belegschaften mit der Geschäftsführung im neuen Tarifrahmen eine Betriebsvereinbarung aushandeln, die den Weg für die 35-Stunden-Woche ab 1. Januar 2022 ebnen würde. Die Arbeitszeit kann zunächst um eine Stunde oder ganz reduziert werden Weg auf die 35-Stunden-Woche eingestellt werden. Entscheidend bei den Verhandlungen sei, “dass am Ende des Prozesses immer eine echte Anpassung steht, also eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn”, erklärte Dietze.

Der Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME), Stefan Moschko, begrüßte die Einigung am Montag als „echten Durchbruch“. Die Vereinbarung gebe den Unternehmen die Möglichkeit, „im Rahmen des Tarifvertrages auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Arbeitszeitregelungen zu vereinbaren, die Planungssicherheit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer schaffen“.

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