Merkel will die Sperren schrittweise lockern ⋆ Nürnberger Blatt

Angela Merkel – Bild: Bundesregierung / Kugler

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwägt in mehreren Schritten einen Ausstieg aus der Koronasperre. Im CDU-Präsidium schlug die Bundeskanzlerin am Montag Paketlösungen für drei soziale Bereiche in Kombination mit erhöhten Koronatests vor, wie die Teilnehmer AFP berichteten. Merkel nannte zum einen den Bereich der persönlichen Kontakte, zum anderen den Bereich der Schulen und Berufsschulen und zum anderen den Bereich Sport, Restaurants und Kultur.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Infektionen und der Ausbreitung der britischen Virusmutation mahnten Merkel und Bundeskanzler Helge Braun (CDU) bei dem Treffen große Vorsicht. “Eröffnungsschritte mit erhöhten Tests müssen mit Bedacht eingeführt werden”, wurde Merkel von den Teilnehmern zitiert. Braun verwies auf die zusätzlichen Risiken der Mutationen: “Leider zerstört die Mutation derzeit unsere gute Entwicklung.”

Laut AFP-Informationen wird ab Dienstag eine Arbeitsgruppe mit Minister Braun zum Thema Eröffnungen zusammentreffen, um die nächste Runde des Bundeslandgipfels über Corona in der kommenden Woche vorzubereiten. Die Bundeskanzlerin und der Premierminister haben kürzlich vereinbart, bis zur nächsten Runde am 3. März ein Konzept für eine „sichere und faire Eröffnungsstrategie“ zu entwickeln.

Im CDU-Präsidium bestehe ein starker Wille, Eröffnungen zuzulassen, hieß es von den Teilnehmern. Angesichts der Ausbreitung der Mutation besteht jedoch auch große Sorge, dass zu schnelle Öffnungen schnell zum nächsten Lockdown führen könnten.

CSU-Chef Markus Söder warnte auch vor den Folgen der zunehmenden Verbreitung der britischen Corona-Mutante in Deutschland. Es besteht die Gefahr, dass es eine ähnliche Situation wie im Dezember mit einer hohen Anzahl von Infektionen geben wird, sagte Söder in München. “Das Wichtigste ist, dass die Politik in Deutschland nicht die Nerven verliert.”

Söder forderte ein Angebot von „Millionen Schnelltests pro Tag“ in Deutschland, die mit einer neuen App für digitale Geräte verbunden werden sollen. Schnelltests seien “eine Art Sicherheitsbarriere”, sagte er. Der Vorsitzende der CSU-Regionalgruppe, Alexander Dobrindt, sagte in den Parteikomitees: “Die Hauptbausteine ​​auf dem Weg zur Normalität sind Impfungen und intensive Tests – beide müssen in einer umfassenden Strategie enger miteinander verbunden sein als zuvor.”

Die FDP begrüßte grundsätzlich, dass Merkel einen Schritt-für-Schritt-Plan für die Eröffnungen erwäge. “Aber warum erst jetzt?” Befragte Fraktion Vize Michael Theurer. „Die Menschen brauchen Hoffnung und eine Perspektive. Jeder Tag zählt! “”

Im CDU-Präsidium wurde am Montag nach AFP-Informationen auch darüber gesprochen, wie Hausärzte und Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden könnten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, dies sei nur dann sinnvoll, wenn drei bis fünf Millionen Impfstoffdosen pro Woche zur Verfügung stünden, wie bei der Grippeimpfung. Selbsttests könnten die ersten Zulassungen ab nächster Woche haben.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) verteidigte unterdessen die Rückkehr von mehr Kindern in Schulen in zehn Bundesländern, die am Montag trotz steigender Inzidenzwerte begann. “Es ist richtig, dass jetzt die ersten Eröffnungsschritte stattfinden, auch im Interesse der Kinder und des Kindeswohls”, sagte Giffey vom ZDF. Sie sprach sich jedoch für eine regionale Differenzierung aus. Giffey forderte, dass die Mitarbeiter in Schulen und Kindertagesstätten so schnell wie möglich geimpft werden.

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