Merkel fordert Kehrtwende beim Schutz der biologischen Vielfalt ⋆ Nürnberger Blatt

Angela Merkel – Bild: Bundesregierung / Denzel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine “Trendumkehr zu nachhaltigem Naturschutz” und mehr Artenschutz gefordert. “Der rapide Verlust der biologischen Vielfalt hat für uns alle weltweit katastrophale Auswirkungen”, sagte Merkel am Donnerstag zum Auftakt der Nationalen Vorbereitungskonferenz zur 15. Weltbiodiversitätskonferenz (CBD) im chinesischen Kunming.

Merkel bekräftigte das deutsche und internationale Ziel, den weltweiten Verlust an Biodiversität bis 2030 zu stoppen. Dazu sollen bis dahin „mindestens 30 Prozent der Erdoberfläche und 30 Prozent der Meere“ unter Schutz gestellt werden. Die Kanzlerin wies darauf hin, dass sich auch die G7-Staaten bei ihrem Gipfeltreffen einstimmig zu diesen Zielen bekannt hätten. Es sei wichtig, „Klima- und Naturschutz gleichermaßen zu betrachten“.

Merkel verwies auch auf die notwendigen finanziellen Anstrengungen, sowohl öffentlich als auch privat. Bei allen Investitionen sei darauf zu achten, dass sie „die biologische Vielfalt nicht nur nicht schädigen, sondern ihr im Gegenteil so gut wie möglich nützen“.

Die Bundeskanzlerin erinnerte daran, dass Deutschland seit 2013 jährlich 500 Millionen Euro zum Schutz von Wäldern und anderen Ökosystemen international beiträgt. Aktuell stehen 14 Millionen Euro auch für einen Treuhandfonds im Rahmen der UN-Dekade zum Schutz der biologischen Vielfalt zur Verfügung. Hinzu kämen die Mittel zur weltweiten Finanzierung des Klimaschutzes und der Klimaanpassung. Deutschland hat eine jährliche Aufstockung von vier auf sechs Milliarden Euro versprochen.

Nach aktuellem Stand soll im Oktober die 15. World Biodiversity Conference (CBD) in Kunming stattfinden – wann genau und in welcher Form diese stattfinden wird, ist aufgrund der Corona-Pandemie noch ungewiss. Auf der Vorbereitungskonferenz in Berlin forderte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) auf jeden Fall “einen ambitionierten Rahmen für mehr biologische Vielfalt”.

„Wir müssen jetzt schnell handeln“, sagte Schulze. Sonst drohten in diesem Jahrhundert mehr als eine Million Tier- und Pflanzenarten von der Erde zu verschwinden. Auch ganze Lebensräume wie Korallenriffe sind bedroht. Der Minister forderte ein weltweites „Stoppschild gegen den Verlust der biologischen Vielfalt“.

Allerdings betonte Schulze auch, dass man „mehr tun müsse, als nur Ziele zu setzen“. Auch diese müssten umgesetzt und die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden. Gleichzeitig müssen naturschädliche Subventionen abgebaut werden.

Als ambitioniert, aber erreichbar bezeichnete der Minister das 30-Prozent-Ziel für Schutzgebiete an Land und in den Meeren bis 2030 – auch in Deutschland. Das bedeute enorme Herausforderungen, aber „es lohnt sich, diese Herausforderungen anzunehmen“. Dazu hat sich Deutschland auch international verpflichtet.

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