Mehrjährige Haft im Prozess der Leiche in Plastiktüte ⋆ Nürnberger Blatt

Gefängnis – Bild: ako via Twenty20

Im Zuge einer in einer Plastiktüte versteckten Leiche wurde ein 66-Jähriger in Baden-Württemberg zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Offenburg hat am Dienstag wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Computerbetrug in 25 Fällen eine Freiheitsstrafe von insgesamt dreieinhalb Jahren verhängt, sagte ein Gerichtssprecher.

Der Angeklagte soll die Leiche seiner Partnerin mehrere Monate in einer Plastiktüte in seiner Wohnung versteckt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft führte ein Streit zwischen dem Paar im August vergangenen Jahres zu gegenseitigen Körperverletzungen, bei denen die Angeklagten die Frau erwürgten. Es war unklar, ob sie an den Folgen der Gewalt oder einem Sturz starb.

Wegen des schweren Verwesungszustandes der Leiche konnte die Todesursache nicht mehr festgestellt und somit auch nicht nachgewiesen werden, dass der Mann die Frau getötet hatte. Nach Angaben des Angeklagten sollen sich die tödlichen Verletzungen unbeabsichtigt ereignet haben.

Der Anklageschrift zufolge soll der Mann den Tod der Frau geheim gehalten und mit ihrer EC-Karte insgesamt 18.000 Euro von ihrem Konto abgebucht haben. Nur besorgte Nachbarn machten die Polizei auf das Verschwinden der Frau aufmerksam. Die Leiche wurde im Oktober entdeckt.

Das Landgericht ordnete daher auch die Einziehung eines Wertersatzes in Höhe von 18.000 Euro an. Der Angeklagte trägt auch die Kosten des Verfahrens und die Kosten der Zweitklage.

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