Linksparteienführer Wissler glaubt im Fall “NSU 2.0” ⋆ Nürnberger Blatt nicht an einzelne Täter

Janine Wissler – Bild: Sebastian Scholl / CC BY-NC-ND 2.0

Die Vorsitzende der Linkspartei, Janine Wissler, glaubt nicht an die anonymen “NSU 2.0” -Drohungen eines einzelnen Täters. “In den allermeisten Fällen gibt es ein Netzwerk, eine Unterstützungsstruktur, zumindest einen Austausch oder eine Vernetzung über das Internet”, sagte sie am Dienstag in einem Interview mit dem “Nachtmagazin” der ARD. Die linke Politikerin selbst hatte Drohbriefe mit der Unterschrift „NSU 2.0“ erhalten.

“In diesem speziellen Fall frage ich mich, wie ein 53-jähriger Mann aus Berlin Daten erhalten hat, die nachprüfbar abgefragt wurden, kurz bevor diese Drohbriefe auf mehreren Polizeicomputern, in mehreren Polizeistationen in verschiedenen Bundesländern geschrieben wurden”, sagte Wissler. Das muss jetzt geklärt werden.

“Wir kennen diese reflexive Rede einzelner Täter aus vielen Bereichen der rechten Gewalt”, erklärte Wissler. Die zugrunde liegenden Netzwerke werden oft überhaupt nicht erklärt. Insgesamt gibt es “leider keinen Grund, sich zu beruhigen”. Ein Täter sei festgenommen worden, jetzt müsse die Umwelt genauer untersucht werden, sagte der Parteiführer. Die Gefahr wächst von rechts: Es gibt rechtsgerichtete Terrorzellen, es werden immer Waffen und Sprengstoff gefunden. Ein entscheidender Kampf und eine Abrüstung der rechten Szene sind notwendig.

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