Linke Spitzenkandidaten erwarten vom Parteitag Einigkeitssignal ⋆ Nürnberger Blatt

Janine Wissler – Bild: Sebastian Scholl / CC BY-NC-ND 2.0

Die Spitzenkandidaten der Linken erwarten vom Parteitag am Wochenende ein Zeichen der Einheit für den Bundestagswahlkampf. Die Delegierten würden das Programm verabschieden, “dahinter werden sich alle zusammentun”, sagte Parteichefin Janine Wissler am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. „Am Montag geht es erst richtig los“, sagte sie mit Blick auf den Wahlkampf.

Die Linke sei eine Partei, die von der Mobilisierung ihrer Mitglieder lebe, sagte Wissler. “Das werden wir im Wahlkampf tun.” Der Parteivorsitzende räumte ein, dass es in der Partei die eine oder andere kontroverse Debatte gegeben habe. Aber “wir haben so viel mehr, was uns verbindet als was uns trennt”, fügte der Parteichef hinzu.

Co-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch hält trotz der derzeit eher schwachen Umfrageergebnisse ein zweistelliges Ergebnis seiner Partei bei der Bundestagswahl am 26. September für möglich. Die Partei soll die jüngsten Auseinandersetzungen um die frühere Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht hinter sich lassen. “Wir sind links – zusammen.”

Es gebe “hier und da Akzente” in der Partei, sagte der linke Fraktionsvorsitzende im Bundestag. Auch das ist völlig normal. “Aber wir gehen wirklich gemeinsam in die Wahlkontroverse.” Wagenknecht ist Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen und wird dort um ein gutes Ergebnis kämpfen.

Wagenknecht hatte ihre Partei mehrfach scharf kritisiert. Nun liegt ein Antrag auf Ausweisung vor, der von der Parteiführung jedoch abgelehnt wird.

In Wisslers Worten will die Linke die sozialen und ökologischen Fragen verbinden. Bartsch sagte, die Linke stehe „in besonderer Weise für Klimagerechtigkeit“. „Ich möchte nicht, dass die Krankenschwester, die noch einen Verbrennungsmotor fährt und eine Ölheizung hat, bestraft wird.“ Vielmehr müssen die größeren Strukturen und Konzerne angesprochen werden.

Im Wahlprogramm „Zeit zum Handeln. Für soziale Sicherheit, Frieden und Klimagerechtigkeit „fordert die Linke einen Mindestlohn von 13 Euro, eine solidarische Mindestrente von 1200 Euro und ein garantiertes Mindesteinkommen in gleicher Höhe. Am Sonntag soll es entschieden werden, dann werden die beiden Spitzenkandidaten auch vor den Delegierten sprechen.

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