Lindner fordert “Krisenproduktion” des Corona-Impfstoffs ⋆ Nürnberger Blatt

Impfstoffherstellung – Bild: SteveAllenPhoto via Twenty20

Nach dem Beginn der Koronaimpfungen in Deutschland besteht ein zunehmender Bedarf an einer deutlichen Beschleunigung der Impfstoffproduktion. FDP-Chef Christian Lindner sagte am Sonntagabend im Internetprogramm der Zeitung “Bild”, dass in der aktuellen Krisensituation eine “Krisenproduktion” des Impfstoffs erforderlich sei. Alle rechtlichen, wirtschaftlichen, politischen und technologischen Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit Impfungen schneller durchgeführt werden können.

„Es ist eine Frage von Leben und Tod, eine Frage unserer Freiheit und eine Frage des Überlebens auch für unsere Wirtschaft. Weil sie schon auf der Intensivstation ist “, sagte Lindner.

Insbesondere schlug der FDP-Vorsitzende vor, dass der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-amerikanischen Partners Pfizer unter Lizenz anderer Hersteller hergestellt werden könnte. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit der Pharmaindustrie prüfen, ob noch Kapazitäten für die Herstellung des Impfstoffs vorhanden sind.

Der Gesundheitsexperte der Linken, Achim Kessler, hatte in einem zuvor veröffentlichten Interview der Zeitschrift “Spiegel” betont, dass das Bundesgesundheitsministerium nach dem Zivilschutzgesetz Unternehmen zwingen könne, anderen Unternehmen eine Lizenz zur Herstellung von Impfstoffen zu erteilen. “Die Bundesregierung muss das schnell tun”, forderte Kessler.

Das größte Problem im Moment ist, dass zu wenig Impfstoffe hergestellt werden, sagte der linke Experte. “Wenn die Bundesregierung jetzt nicht alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft, gefährdet sie unzählige Leben”, betonte Kessler.

Die mecklenburgisch-westpommernische Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) äußerte sich besorgt über mögliche Unterbrechungen bei der Impfstoffversorgung. “Ich mache mir Sorgen, dass wir nicht immer rechtzeitig genug Impfstoff haben”, sagte sie im Internetprogramm von “Bild”. Sie erwartet von der Bundesregierung angemessene Vorkehrungen für die Impfstoffversorgung. Dies war die Vereinbarung mit den Bundesländern “von Anfang an”.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor eine schnellere Impfstoffproduktion gefordert. “Es gibt einfach zu wenig Impfstoff”, sagte er dem “Bild am Sonntag”. Daher muss das Produktionstempo massiv erhöht werden. Bisher wurde davon ausgegangen, dass frühestens im dritten Quartal 2021 genügend Impfstoffe für alle Impfwilligen in Deutschland verfügbar sein werden.

Die Impfungen gegen das Corona-Virus hatten am Wochenende landesweit begonnen. Im ganzen Land erhielten vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen die ersten Injektionsschüsse. Die Impfkampagne mit dem Biontech Pfizer-Präparat startete auch europaweit.

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