Lambrecht und Karliczek bestehen auf Präsenzunterricht nach den Ferien ⋆ Nürnberger Blatt

Schule in Corona-Zeiten – Bild: photomasha_symchych via Twenty20

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) wollen nach den Sommerferien eine Normalisierung der Schulen. „Nach den Sommerferien muss es wieder Präsenzunterricht geben“, sagte Lambrecht am Samstag der „Bild“-Zeitung. Karliczek hofft auch auf ein Ende der „schweren Zeiten“ für Schulkinder. Die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz (CDU) mahnte zur Unterstützung insbesondere von Kindern aus Migrantenfamilien.

“In der Regel können Lehrer ab Herbst den Präsenzunterricht nicht verweigern”, da bis dahin alle Lehrer ein Impfangebot erhalten hätten, sagte Lambrecht der “Bild”-Zeitung. Die Impfung für Kinder ab zwölf Jahren sei jedoch “keine Voraussetzung für Präsenzunterricht, Kinderlager, Sportvereine, Schwimmbäder”. Die Maskenpflicht für Schulkinder solle umgehend gelockert werden, “wo es zuständig ist”, “insbesondere im Freien”.

Unterstützung erhielt Lambrecht dabei vom Chef der Kinder- und Jugendärztekammer, Thomas Fischbach. Er sagte der Zeitung: “Wenn die Vorfälle so gering bleiben, sollten zumindest Grundschüler im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen.”

Bundesbildungsministerin Karliczek sagte am Samstag den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND): „Nach den schweren Zeiten für alle Schüler in der Pandemie muss es ein zentrales Ziel der Politik sein, dass in der nächsten Schule möglichst regelmäßig Unterricht stattfindet Jahr.” Alle Verantwortlichen sollten schon jetzt damit beginnen, „Konzepte für diesen regulären Schulbetrieb nach den Sommerferien zu entwickeln“.

Die RND-Zeitungen zitierten aus einem Brief Karliczeks an die Kultusminister der Bundesländer, in dem sie für den Einsatz von Luftfiltern in Schulen wirbten. Bis Ende 2021 stünden im Bundesförderprogramm noch knapp 500 Millionen Euro zur Verfügung. „Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Ihre Möglichkeiten nutzen könnten, um dieses Bundesangebot bei den Schulbehörden bekannt zu machen“, schrieb Karliczek dem Bericht zufolge.

Außerdem will der Bund zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um Schüler beim Aufholen von Lerndefiziten zu unterstützen und zusätzliche Freizeitaktivitäten zu finanzieren. Integrationsstaatsministerin Widmann-Mauz forderte, Kindern mit Migrationshintergrund in diesem sogenannten Aufholprogramm besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Es müsse sichergestellt werden, “dass auch Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund mit den Förderprogrammen erreicht werden können”, sagte sie am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Als Beispiele nannte Widmann-Mauz Angebote zur frühkindlichen Sprachförderung, aber auch außerschulische Freizeit- und Begegnungsangebote.

Als Lehre aus der Pandemie forderte die linke Vorsitzende Janine Wissler, die Klassengröße in den Unterstufen zu reduzieren. “Eine Klassengröße von 15 Kindern pro Grundschulklasse” müsse das Ziel sein, sagte sie den Funke-Zeitungen. Wer es ernst meint, den Kindern eine Aufholjagd zu ermöglichen, sollte hier ansetzen.

„Das Lernen ist einfacher, Inklusion funktioniert besser und das Wohlbefinden ist höher“, sagt Wissler über die Vorteile kleinerer Klassen. Der Maßstab von 15 Kindern sei „nicht sofort erreichbar, aber nicht utopisch“. Erforderlich sei „ein bundesweites Programm für mehr Lehramtsplätze und die Umwandlung von Zeitarbeitsplätzen in sichere Arbeitsplätze“.

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