Künftig müssen Banken für Bargeldtransaktionen einen Herkunftsnachweis verlangen

(Beispielfoto: pixaba))

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) gab in einer Pressemitteilung vom 2. August 2021 bekannt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ab August 2021 ein Herkunftsnachweis Anträge auf Bareinzahlungen von mehr als 10.000 Euro in Form einer aussagekräftigen Quittung.

Bei Bareinzahlungen auf das eigene Konto, die einen Betrag von 10.000 Euro überschreiten, müssen Privatkunden die Herkunft des Betrages in Form einer Quittung nachweisen. Fehlt dieser Nachweis, ist er unverzüglich nachzureichen. Dies gilt auch, wenn mehrere Teilbeträge eingezahlt werden und die Summe aller Teilbeträge 10.000 Euro übersteigt.

Bei sonstigen Bareinzahlungen wie Devisentransaktionen oder beispielsweise Edelmetallkäufen, die der Bankkunde nicht bei seiner Hausbank tätigt, gilt dies bereits ab einem Betrag von über 2500 Euro. Kann der Kunde die Herkunft des Geldes nicht nachweisen, muss die Bank die Transaktion ablehnen. Gewerbekunden sind von diesen Maßnahmen in der Regel nicht betroffen!

Geeignete Nachweise können insbesondere sein (Informationen der BaFin):

Kontokorrentauszüge zu einem Kundenkonto, das bei einer anderen Sparkasse oder Bank geführt wird – zum Beispiel aufgrund einer Kreditgewährung an eine Kreditvergleich bei der Hausbank.

  • Zahlungsbelege für Bargeldabhebungen bei anderen Banken oder Sparkassen
  • Sparbücher im Namen des Kunden, in denen die Barauszahlung ersichtlich ist
  • Quittungen wie Rechnungen und Verkäufe (z. B. Edelmetall- oder Autoverkäufe)
  • Zahlungseingänge von Sortengeschäften
  • Erbnachweise wie Erbschein, Testament, letztwillige Verfügung o.ä
  • Spendenbescheide oder Spendenvereinbarungen

Die Kreditinstitute können die Bartransaktion ablehnen, wenn die Nachweise fehlen oder nicht ausreichen. Zudem haben sie eine Meldepflicht nach § 43 Geldwäschegesetz.

Deutsche Bankinstitute sind robust

Die europäische Bankenaufsicht hat gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) die neuen Stresstestergebnisse für 2021 veröffentlicht. Der letzte Stresstest fand 2018 statt. Während der Stresstest 2020 wegen der Pandemie auf dieses Jahr verschoben wurde, hatten die Banken seit Ende Januar 2021 damit beschäftigt, ein Basisszenario und eine extrem pessimistische Simulation von 3 Jahren zu simulieren. Diese Ergebnisse wurden zur Berechnung der Eigenkapitalempfehlung verwendet.

In den Simulationen hätten die deutschen Institute eine robuste Ausgangslage bewiesen, berichtete die DK (Deutsche Kreditwirtschaft) in einer Pressemitteilung vom 30. Juli 2021 auf ihrem Online-Portal. Das Kernkapital würde in diesem Jahr stärker sinken als beim EBA-Stresstest von 2018 und zwar deutlich, relativiert sich aber auf Basis der extremen Herausforderungen der Corona-Pandemie, denen sich die Institute seit mehr als einem Jahr stellen müssen .

Dies liegt daran, dass die EBA ein deutlich widersprüchliches Szenario zugrunde gelegt hat: Bei Gewerbeimmobilien ist mit einem Rückgang von 30 Prozent und bei den Aktienmärkten sogar von 50 Prozent zu rechnen. Allerdings wäre der Rückgang der Immobilienpreise bereits teilweise im Jahresabschluss 2020 verarbeitet worden. Das bedeutet Doppeldeckung. Zudem hat der Stresstest den Banken eine konstante Bilanz auferlegt. Dies bedeutet, dass die Banken in einem solchen Szenario keine Gegenmaßnahmen ergreifen werden.

Noch ist unklar, wie sich der Stresstest auf die noch zu aktualisierenden Eigenkapitalanforderungen und Empfehlungen der Aufsichtsbehörden auswirkt. Während der Corona-Krise kann das Hilfsprogramm ohne aufsichtsrechtliche Maßnahmen bis auf Weiteres die Empfehlungen zur Selbstauskunft unterschreiten. Aus Sicht der Banken ist der Stresstest insbesondere für bilaterale Gespräche zwischen Aufsichtsteams und Banken sinnvoll. Generelle Ansätze würden ohnehin die Aussagekraft und Transparenz der Ergebnisse mindern und im Einzelfall wäre eine schärfere gemeinsame Analyse notwendig.

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