Krankenhausrechnungen für Intensivbetten werfen weiterhin kritische Fragen auf ⋆ Nürnberger Blatt

Intensivstation

Die Abrechnung zusätzlicher Intensivbetten in Krankenhäusern wirft weiterhin kritische Fragen auf. “Die Art der Abrechnung war eine Aufforderung zum Schummeln”, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem “Spiegel”. Die bereitgestellten Mittel hätten stärker auf die Krankenhäuser konzentriert werden sollen, “die eigentlich einen Großteil der Covid-Versorgung leisten”.

Zudem hätten Zuzahlungen an Krankenhäuser nicht an einen Prozentsatz der belegten Intensivbetten geknüpft sein sollen, sagte der SPD-Politiker. Damit wurde ein Anreiz für Kliniken geschaffen, die Bettenzahl zu reduzieren. Richtig sei aber auch, dass die Krankenhäuser, die Covid-Patienten behandelten, tatsächlich „am Limit“ seien, betonte Lauterbach.

Auch Politiker von CDU und FDP forderten Aufklärung. Union-Fraktionsvize Thorsten Frei warnte in der “Bild”-Zeitung vor voreiligen Vorwürfen. Zunächst müsse es „eine umfassende Aufklärung des Sachverhalts“ geben. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht in der Angelegenheit unter Druck.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer forderte in diesem Zusammenhang einen Sonderermittler, der klären müsse, “ob das Gesundheitsministerium wirklich gewissenhaft in der Pandemie gearbeitet hat”. Theurer verwies auf die “offensichtlichen Widersprüche zwischen den Millionenzahlungen für neue Intensivbetten und den kontinuierlich nicht wachsenden Intensivpflegekapazitäten”.

Die Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) wies die Behauptung, dass „Krankenhäuser in großem Umfang durch bewusste Falschmeldungen bereichert werden“, scharf zurück. Auch gebe es in der Regel „keinen Hinweis darauf, dass von den Krankenhäusern eine vorsätzliche Falschmeldung erfolgt ist“. „Das DIVI-Intensivregister hat immer verlässliche Zahlen zur Einschätzung der Lage in der Pandemie geliefert“, hieß es in einer Mitteilung.

Auch der Präsident des Krankenhausverbundes Nordrhein-Westfalen, Jochen Brink, wies die Vorwürfe gegen Kliniken als “Verschwörungsszenarien” zurück. Im “Kölner Stadt-Anzeiger” sprach er von “Aluminium-Hut-Theorien eines angeblich absichtlich übertriebenen Corona-Dramas”, das der Realität nicht einmal nahe kommt.

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