Koronabehandlung nicht von Überlebenschancen abhängig machen dependent Nürnberger Blatt

Intensivpflegebettbehandlung – Bild: Ponsulak via Twenty20

Patientenvertreter warnen davor, die Behandlung von Coronavirus-Patienten von ihren Überlebenschancen abhängig zu machen. “In diesem Land gilt das Prinzip, dass dem kranksten Patienten zuerst geholfen wird”, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, Eugen Brysch, die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgabe). Anders sieht es bei der sogenannten Triage aus, “sie stellt das ethische Prinzip auf den Kopf”.

Im Falle der Triage “wird nur denen geholfen, deren Überlebenschancen besser sind”, sagte Brysch. Unter Triage wird im Allgemeinen verstanden, wenn Ärzte entscheiden müssen, welche Patienten sie bevorzugen, wenn die medizinischen Ressourcen begrenzt sind. Bei Koronapatienten müssten die Ärzte entscheiden, wer zuerst an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden soll und wer nicht.

Brysch betonte auch, dass deutsche Ärzte bisher keine Triage anwenden mussten, da „ausreichende medizinische Ressourcen für alle schwerkranken Patienten“ vorhanden sind. Trotz der sehr unterschiedlichen regionalen Koronasituation stehen in jedem Bundesland kostenlose Intensivstationen zur Verfügung.

Die Koronasituation ist ernst – “aber Vorsicht vor Alarmismus”, sagte Brysch. Selbst wenn die Intensivbetten in einer Stadt vollständig belegt sind, gibt es derzeit keinen Grund, Menschen ohne Pflege sterben zu lassen. Ein intensiver medizinischer Transport mit Hubschrauber oder Krankenwagen muss dies verhindern.

Auch der Geschäftsführer des Deutschen Krankenhausverbandes (DKG), Georg Baum, sieht Kliniken in Deutschland derzeit weit entfernt von einer Triage-Situation. Es gibt noch Reserven, sagte er den Funke-Zeitungen. “Bis alle Kapazitäten rein mathematisch aufgebraucht sind, müsste sich die Anzahl der aktiven Infektionen verdoppeln.”

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