Kolumbiens Präsident kündigt “Modernisierung” der Polizei nach Massenprotesten an ⋆ Nürnberger Blatt

Iván Duque – Bild: Casa de América / CC BY-NC-ND 2.0

Als Reaktion auf die scharfe Kritik am brutalen Vorgehen gegen die Massenproteste in Kolumbien hat Präsident Iván Duque eine “Modernisierung” der Polizei angekündigt. Ziel sei es, die Struktur der Landespolizei zu überarbeiten, insbesondere den Schutz der Menschenrechte zu stärken, teilte das Staatsoberhaupt am Sonntag mit.

Duque reagierte nicht direkt auf die Forderungen der Demonstranten nach einer Polizeireform. Stattdessen kündigte er eine “Umbildung” der Polizei an, die dem Verteidigungsministerium untersteht. Zudem soll nach Angaben des konservativen Staatschefs eine von einem externen Experten geleitete Abteilung für Menschenrechte geschaffen werden.

Bei den seit Ende April andauernden Protesten gegen die kolumbianische Regierung kamen nach Behördenangaben 61 Menschen ums Leben. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch spricht sogar von 67 Toten.

Die Proteste hatten ursprünglich eine geplante Steuerreform ausgelöst, die inzwischen zurückgezogen wurde. Sie richten sich nun generell gegen die Regierung. Die Demonstranten fordern bessere Arbeitsbedingungen, eine Reform des Rentensystems, einen besseren Schutz von Menschenrechtsverteidigern und die vollständige Umsetzung des Friedensabkommens mit der linken Ex-Guerilla-Bewegung Farc.

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